Kommentar zur eventuellen Wegu-Übernahme: "Konzern als Chance"

Kassel. Der Kasseler Automobilzulieferer Wegu arbeitet hochprofitabel. Jetzt sollen sich Chinesen für das Unternehmen interessieren und es übernehmen wollen. Dazu ein Kommentar von Jan Schlüter, stellvertretender HNA-Chefredakteur.

Die kapitalistischen Amerikaner, die gerissenen Japaner, die superreichen Araber und nun die raubtierhaften Chinesen: In den vergangenen Jahren und Jahrzehnten gab es immer wieder ausländische Investoren, die aus deutscher Sicht als bedrohlich empfunden wurden. Auch wenn es in Einzelfällen Negativbeispiele von so genannten Heuschrecken gab, die Konzerne ohne Rücksicht auf die Beschäftigten zerlegten und weiterverkauften, repräsentiert das Gros der Unternehmenskäufer willkommenes Kapital, das unserer Volkswirtschaft insgesamt nützt.

Was die chinesische Anhui-Zhongding-Gruppe im konkreten Fall – wenn es denn überhaupt zu einer Übernahme kommt – mit Wegu für Pläne hat, ist heute noch völlig ungewiss. Das Spektrum der Möglichkeiten ist groß. Es besteht immer die Gefahr, dass eines Tages Standorte innerhalb des chinesischen Großunternehmens zusammengelegt werden und Kassel den Kürzeren zieht.

Es kann aber auch eine große Chance sein, Teil eines internationalen Konzerns zu werden und somit endlich nicht mehr als Winzling den mächtigen Großkunden aus der Automobilindustrie gegenüberstehen zu müssen. Die älteren Wegu-Mitarbeiter haben nicht vergessen, wie hart die Zeiten waren, als der relativ kleine Mittelständler um seine Existenz kämpfen musste. Mehrfach hat das Kasseler Unternehmen in seiner mehr als sechs Jahrzehnte langen Firmengeschichte gewackelt.

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