Kommentar: Frank Thonicke über den Ausfall des Göker-Prozesses

Vier Jahre ist es her, seit die große Razzia bei der MEG stattfand. Und was ist seither geschehen? Herzlich wenig. Da gab es den offensichtlich ausgehandelten Strafbefehl über 720.000 Euro, mit dem es Mehmet Göker schon damals vermied, eine Gefängnisstrafe zu kassieren.

Dann folgte 2010 ein Urteil wegen Beleidigung und Bedrohung, dem eine unsägliche Göker-Show im Gerichtssaal („Ich verdiene nur 1500 Euro im Monat“) vorausging. Und nun der wegen einer in der Türkei attestierten Krankheit ausgefallene Prozess.

Vor dem musste Mehmet Göker Angst haben. Wegen des Strafbefehls über 720.00 Euro ist er einschlägig vorbestraft. Eine zusätzliche Verurteilung wegen Untreue hätte ihm eine Gefängnisstrafe auf Bewährung einbringen können.

Der Rechtsstaat muss es ertragen, dass immer wieder Angeklagte nicht zu ihrer Verhandlung erscheinen. Das Fernbleiben Gökers wird aber den Eindruck vieler verstärken, dass man die Großen eher laufen lässt. Dagegen kann sich die Justiz wehren: Etwa mit einem Haftbefehl, oder man schickt Göker, wenn er in Deutschland ist, einfach zum Amtsarzt. Vielleicht ist Mehmet Göker ja wirklich krank. Wünschen wir ihm gute Besserung - damit er bald vor Gericht erscheinen muss.

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