Kommentar zum Göker-Urteil: Längst entzaubert

Mehmet Göker

Mehmet Göker ist erstmals zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Das Kasseler Amtsgericht verhängte gegen den früheren MEG-Chef sechs Monate Gefängnis. Die Strafe wird drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Zusätzlich muss Göker 30.000 Euro an die Staatskasse zahlen. Ein Kommentar von Frank Thonicke.

Noch vor ein paar Tagen hatte Mehmet Göker versichert: „Ich komme selbstverständlich zum Prozess.“ Nun zeigt sich, dass seine Auskünfte so seriös sind wie die MEG-Geschäfte es waren - nämlich überhaupt nicht.

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Dass Göker nicht zum Prozess erschien, zeigt auch, dass er Angst hat. Angst davor, dass die Staatsanwaltschaft doch noch etwas ausgräbt, was einen Haftbefehl rechtfertigt und ihn ins Gefängnis bringen könnte. Denn die Haupt-Abrechnung mit Mehmet Göker steht noch aus, die Ermittlungen laufen weiter. Da akzeptiert er lieber in Abwesenheit eine Bewährungsstrafe auf einem Nebenschauplatz.

Damit scheint aber auch klar zu sein, dass wir Mehmet Göker in Deutschland so bald nicht wiedersehen werden - wenn überhaupt. Ein Verlust ist das nicht.

Der einst so charismatisch erscheinende Jungunternehmer ist längst entzaubert. Übrig geblieben von der glitzernden Fassade, die viele früher blendete, ist fast nichts - nur ein sprücheklopfender, zu Gefängnis verurteilter Krimineller.

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