Kommentar zu den Hessenjägern: Unwürdiges Theater

Kassel. Nach vielen Querelen sind die beiden Vorsitzenden der Hessenjäger wiedergewählt worden. Ein Kommentar dazu von HNA-Redakteurin Ulrike Pflüger-Scherb

Jäger haben es nicht leicht und müssen oft mit Vorurteilen kämpfen. Als Mörder werden sie mitunter beschimpft, die nur aus einem Blutrausch heraus Tiere töteten. Das ist natürlich Blödsinn. Wer sich mit dem Thema auseinandersetzt, weiß, dass Jagd ihre Berechtigung hat und auch Bestandteil des Tier- und Umweltschutzes sein kann. Zudem ist Wild sicher Fleisch aus der Massentierhaltung vorzuziehen.

Die Berichterstattung über die Querelen der Hessenjäger in den vergangenen Monaten hat vielen Jägern nicht geschmeckt, schon mal gar nicht dem Vereinsvorstand. Aber nicht der Überbinger der Nachricht, sondern der Verursacher ist für den Imageschaden der Jägerschaft verantwortlich. Da haben Vereinsvorsitzende in Rundschreiben andere Vorstandsmitglieder namentlich beschuldigt, Geld unterschlagen zu haben. Mitglieder wurden verdächtigt, Schlepper gestohlen oder Kreissägen manipuliert zu haben.

So unwürdig dürfen sich Vorsitzende eines gemeinnützigen Vereins nicht aufführen, schon mal gar nicht eines Jagdvereins. Eins darf nämlich nicht vergessen werden: Auch wenn Jäger (zu Recht) scharf kontrolliert werden, haben sie doch das Privileg, Waffen frei tragen zu dürfen. Dazu passt nicht das unsägliche Schmierentheater, das Teile des Vorstands der Hessenjäger geboten haben.

Mit Blick darauf, dass vermehrt junge Menschen, darunter auch Frauen, mittlerweile die Jagd für sich entdeckt haben, wäre es wohl klüger gewesen, den Vorstand zu erneuern. Dem Image der Jägerschaft hätte das auf alle Fälle gedient.

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