"Sagen wir nicht"

Kommentar zum Knöllchen-Rekord: Was eingenommen wird, bleibt geheim

Frank Thonicke

Kassel ist auf Rekordkurs: Mit beinahe 190.000 Strafzetteln verteilte das Ordnungsamt so viele Tickets wie nie zuvor. Was damit verdient wird, bleibt aber geheim. Ein kommentar von Frank Thonicke über die Info-Politik der Stadt.

Gern hätten wir, liebe Leser, Ihnen mitgeteilt, wieviel Geld die Stadt Kassel mit den Knöllchen einnimmt. Eine einfache Zahl. Etwa 2,7 Millionen. So viel hat Mainz kassiert. Das sagt man da auch. Ganz offiziell.

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Im Kasseler Rathaus ist das anders. Dort verschweigt man uns die Summe. Warum? Aus purer Angst. Wenn man die Zahl nenne, so heißt es im Rathaus, habe man vielleicht eine schlechte Presse. Kassel kassiere die Autofahrer ab, hieße es dann womöglich. Und keiner würde die notwendige Verkehrsüberwachung würdigen.

Du liebe Güte. So viel Furcht vor der öffentlichen Meinung haben nur Hasenfüße. Souverän sieht anders aus. Und: Der Presse - und damit den Bürgern - eine Information zu verweigern, weil man ihre Fehlinterpretation fürchtet, zeugt von einem merkwürdigen Verständnis der Stadt. Deren Haushalt ist keine Privatschatulle. Sie ist bestückt mit Steuern, Gebühren und auch Strafgeld. Und das geht jeden etwas an. Übrigens: 2010 nahm die Stadt mit den Knöllchen 1,87 Millionen Euro ein. Damals sagte man das noch. (tho)

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