Kommentar zu Nazi-Relikten auf der Waffenbörse: "Merkwürdige Sammler"

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Kassel. Seit jeher gibt es die Unterteilung zwischen Jägern und Sammlern. Gemeinhin fliegen den Sammlern die größeren Sympathien zu, weil sie ein gewaltfreies Hobby pflegen. Im Fall der Waffenbörse sind mir die Jäger aber allemal lieber.

Artikel zum Kommentar:

- Nazi-Kult auf Kasseler Waffenbörse

Denn in den Messehallen sind derzeit keine harmlosen Briefmarkensammler unterwegs, sondern etliche Menschen, die Freude dabei empfinden, Relikte aus der Nazizeit anzuhäufen. In vielen Fällen dürfte ihnen die kritische Distanz zu den NS-Symboliken fehlen. Die Frage ist doch, was wollen sie mit dem Nazi-Zeug? Ein Wohnzimmer-Museum mit Hakenkreuzfahne, „Mein Kampf“ und Hitler-Büste im Bücherregal spricht eher für Verherrlichung als für kulturhistorisches Interesse.

Waffenbörse in den Kasseler Messehallen

Auch wenn ich diesen Sammlern keinesfalls unterstellen würde, dass sie mit den Taten der Nationalsozialisten einverstanden sind, so sind sie doch von deren Ästhetik fasziniert – das ist an den Ständen der Börse deutlich zu beobachten.

Im Fall des Nationalsozialismus muss ein Sammel-Interesse immer mit kritischer Aufarbeitung verbunden sein. Dies ist in Filmen, Büchern, Museen und Gedenkstätten möglich – aber nicht im privaten Umfeld.

Ein Kommentar von Bastian Ludwig

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