Kommentar: Ordnung im Knast wichtiger als Informanten-Jagd

Kassel. Zwölf Tage ist es her, dass die HNA das Justizministerium mit Vorfällen aus dem Wehlheider Gefängnis konfrontiert hat. Die Vorwürfe stützten sich zum Teil auch auf internen E-Mail-Verkehr, der der Presse zugespielt worden ist. Das Ministerium schwieg zwölf Tage lang.

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Am Dienstag kam eine Reaktion: Wohnungen von Informanten wurden durchsucht, um Hinweise auf den JVA-Verräter zu bekommen. Da stellt sich die Frage, was der eigentliche Skandal ist: Dass ein verurteilter Gewalttäter von einem JVA-Bediensteten zu weiblichen Gefangenen gelassen wird oder dass darüber berichtet wurde?

Dass im Wehlheider Gefängnis der Grundsatz, U-Häftlinge und verurteilte Täter zu trennen, nicht eingehalten werden kann oder dass in der Zeitung darüber geschrieben wird?

Was ist schlimmer? Dass 500 Insassen nachts mitunter nur von sechs Bediensteten bewacht werden oder dass die Öffentlichkeit darüber informiert wird? Justizminister Jörg-Uwe Hahn sollte im Knast für Recht und Ordnung sorgen statt diejenigen zu jagen, die Missstände aufdecken.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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