Kommentar zur RKH: "Busgesellschaft hat viel zu lange gewartet"

Kassel. Warum musste es so weit kommen? Diese Frage muss man stellen, wenn man sich die Geschäftsentwicklung der Regionalverkehr Kurhessen (RKH) in den vergangenen Jahren anschaut. Den Fall und die von der Bahn angekündigte Auflösung der Gesellschaft kommentiert HNA-Redakteur Bastian Ludwig.

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Der Niedergang war spätestens seit 2005 absehbar, als die hessischen Verkehrsverbünde dazu verpflichtet waren, ihre Verbindungen europaweit auszuschreiben. Statt sich für den verschärften Wettbewerb zu rüsten, warteten die Verantwortlichen zu lange ab. Mit Kampfpreisen, die nicht einmal kostendeckend waren, wurde versucht, Ausschreibungen zu gewinnen. Die Verlustspirale setzte sich in Gang. Es war ein Kampf mit ungleichen Mitteln, den nur Busfirmen mit niedrigeren Lohntarifen gewinnen konnten. Viel früher wäre eine Kurskorrektur nötig gewesen.

bal@hna.de

Hintergrund: Fakten zur RKH

Die RKH befördert rund 40 Millionen Fahrgäste jährlich. Das Verkehrsgebiet erstreckt sich über ganz Hessen. Das Unternehmen beschäftigt etwa 560 Mitarbeiter. Der Fuhrpark umfasst 750 Busse, von denen 340 angemietet sein sollen. Sitz der Gesellschaft ist Kassel, wo die RKH auf dem Gelände der früheren Jägerkaserne untergebracht ist. Das Streckennetz der RKH ist 8232 Kilometer lang, die Busse fahren 6833 Haltestellen an. Insgesamt werden etwa 200 Linien bedient. Die Deutsche Bahn betreibt unter der Dachmarke DB Regio Bus deutschlandweit 22 Busgesellschaften und ist an weiteren 70 Verkehrsunternehmen beteiligt. (ket/bal)

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Rubriklistenbild: © dpa

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