Kommentar

"Für alle gestatten": Ulrike Pflüger-Scherb über sarglose Bestattung

Kassel. Auf dem Kasseler Westfriedhof ist es seit Januar möglich, dass Tote ohne Sarg bestattet werden. Bislang wurde diese Art der Beisetzung aber noch nicht in Anspruch genommen. Zu diesem Thema ein Kommentar von HNA-Redakteurin Ulrike Pflüger-Scherb:

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"Das Gros der Muslime, die in der ersten Generation nach Deutschland eingewandert sind, hätte sich wohl nicht vorstellen können, hier beigesetzt zu werden. Wenn man schon nicht in der Heimat leben konnte, wollte man dort zumindest seine letzte Ruhestätte finden.

Die Zeiten, in der alle Muslime in ihr Ursprungsland überführt worden sind, ist aber vorbei. Mittlerweile leben hier viele türkischen Familien in der dritten Generation. Die Kinder und Enkel haben sich für ein Leben in Deutschland entschieden. Natürlich ist es für diese Menschen schöner, wenn sie die Gräber ihrer Angehörigen in der Nähe haben. Auf dem Westfriedhof ist seit Jahren ein Gräberfeld für Moslems angelegt, es gibt auch keine Gründe, die gegen eine sarglose Bestattung sprechen.

Allerdings sollte diese alternative Bestattungsform auch Nicht-Muslimen gestattet werden. Zudem müssen praktische Fragen geklärt werden. Es kann nicht sein, dass ein Sarg nur für den Transport eines Leichnams gekauft werden muss. Auch hier wird es sicher alternative Lösungen geben." use@hna.de

Rubriklistenbild: © AP

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