Kommentar von Ulrike Pflüger-Scherb

Kommentar zur sarglosen Bestattung: "Das muss für alle gelten"

Ab Anfang nächsten Jahres können sich Kasseler aus religiösen Gründen ohne Sarg bestatten lassen. Allerdings ist dies nur für Muslime möglich, die in ein Tuch gehüllt auf dem Westfriedhof beigesetzt werden sollen. Ein Kommentar von HNA-Redakteurin Ulrike Pflüger-Scherb.

"Viele Muslime, die lange Jahre in Deutschland gelebt haben und hier auch gestorben sind, lassen sich dennoch in ihren Heimatländern beerdigen. Das könnte sich bald ändern, wenn auch hierzulande sarglose Bestattungen erlaubt werden. Es gibt nichts, was generell dagegen spricht.

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Es spricht aber auch nichts dagegen, anderen Religionsgemeinschaften oder Atheisten diese Form der Bestattung zu ermöglichen. Im Gegenteil. Es muss allen Menschen freigestellt werden, wie sie nach ihrem Tod beigesetzt werden wollen: ob nun im Sarg, in der Urne, auf hoher See oder in einem Leichentuch.

Der Passus in der Friedhofsordnung, dass eine sarglose Bestattung nur „aus religiösen Gründen“ gestattet wird, muss deshalb gestrichen werden. Viele Nicht-Muslime werten dies nämlich als Benachteiligung ihrer Person. Und das kann nicht Sinn eines neuen Gesetzes sein.

Im 21. Jahrhundert sollte bei uns kein Unterschied mehr zwischen den Gläubigen gemacht werden. Schon mal gar nicht nach dem Tod.

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