Kommentar zum Savasci-Urteil: Die Schuld der Familie

Zu einer lebenslangen Haftstrafe wegen Mordes an seiner Schwester Mehtap ist am Donnerstag ein 51-Jähriger verurteilt worden. Dazu ein Kommentar von HNA-Redakteurin Ulrike Pflüger-Scherb.

Auch wenn die Verteidiger des Angeklagten sehr gute Arbeit geleistet haben, indem sie versuchten, Zweifel an der Schuld ihres Mandanten zu säen, so ist das Urteil nicht wirklich überraschend. Zahlreiche Indizien, vor allem die Handyverbindungen des Mannes, sprechen dafür, dass er seine Schwester entführt und erschossen hat.

Er tötete seine jüngere Schwester, weil sie ein modernes Leben führte. Er tötete sie, weil sie es wagte, eine eigene Meinung zu haben. Er tötete sie, weil sie mit ihm brach.

Die familiären Motive für diesen Mord sind schlimm genug. Noch schlimmer wird es dadurch, wie der Angeklagte und seine Familie mit Yaren Savasci, der Tochter der Ermordeten, umgegangen sind. Sie haben die junge Frau allein gelassen, indem sich alle mit dem Täter solidarisiert und vor Gericht geschwiegen haben.

Freunde und Kollegen haben Mehtap Savasci als starke und lebensfrohe Frau beschrieben. Es hätte Mehtap sicher mit Stolz erfüllt, zu sehen, wie sich ihre Tochter in diesem Prozess tapfer geschlagen hat.

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Urteil im Savasci-Prozess

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