Kommentar zu den Schlecker-Schließungen: "Verlierer sind die Frauen"

Kassel. Diesen Kundenandrang hätte der Konzern früher gebraucht: Als die Schlecker-Drogeriekette am Mittwoch den Ausverkauf in der Hälfte ihrer Filialen startete, ließen Kassels Schnäppchenjäger nicht lange auf sich warten. 30 Prozent Rabatt lockten.

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Während sich die Regale leeren, schwinden auch die Hoffnungen der dort arbeitenden Mitarbeiterinnen. Viele fühlen sich von ihrem Arbeitgeber schlecht informiert und mit ihren Problemen allein gelassen. Zwar bekundet Schlecker, dass die Schließungen nicht gleichbedeutend mit einer Kündigung der dort beschäftigten Verkäuferinnen sind – aber oft wird beides zusammenfallen.

Auch wenn Schlecker seine Kündigungen noch nicht namentlich ausgesprochen hat, ist schon jetzt klar, wen es treffen wird: Frauen - Alleinverdienerinnen, Alleinerziehende, viele von ihnen über 50 Jahre und mit schlechten Aussichten auf einen neuen Job. Wenn die letzte Rabatt-Schlacht geschlagen ist, bleiben sie auf der Strecke. Sie sind die Opfer einer Firmenpolitik, die jahrelang auf blinde Expansion und Mitarbeiterdruck setzte.

Ein Kommentar von Bastian Ludwig

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