Kommentar zur Stellenkürzung bei Eon in Kassel: "Präsenz ist nur Alibi"

Claas Michaelis.

Kassel. In großem Umfang baut Eon offenbar Arbeitsplätze ab. Von einst knapp 170 Jobs in Vertrieb und Kundenservice am Standort Kassel sollen am Ende noch etwa ein Dutzend übrig bleiben. Ein Kommentar dazu von Claas Michaelis.

Wenn es um Eon Mitte ging, war meist ein kritischer Unterton dabei. Als regionales Unternehmen wurde Eon Mitte trotz der kommunalen Anteilseigner meist nicht wahrgenommen. Schließlich hatte der als Atomunternehmen verschriene Mutterkonzern die Mehrheit und damit das Sagen. Mit dem Verkauf der Anteile an die Kreise und die Stadt Göttingen und der Rückkehr der EAM meinten viele, der Eon-Konzern habe sich verabschiedet. Doch wer nicht aktiv zu EAM wechselt, bleibt weiter Kunde von Eon.

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Deswegen ist es dem Konzern auch so wichtig, sein Engagement in der Region zu betonen. Schließlich geht es um Tausende Haushalte und damit um das große Geschäft.

Nur ist die angebliche Präsenz nicht viel mehr als ein Alibi, wenn die Belegschaft derart zusammengekürzt wird. Es wären die Mitarbeiter, die Eon vor Ort ein Gesicht geben könnten. Spätestens mit dem Verkauf der Eon-Mitte-Anteile ist der Konzern endgültig davongezogen. Jetzt versucht er, die Region aus der Ferne zu melken wie eine alte Kuh – solange es irgend geht.

Mail an den Autor: clm@hna.de

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