Kommentar zu Sybille von Obernitz als IHK-Chefin: Chance verdient

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg wird ab 1. Januar erstmals in ihrer 252-jährigen Geschichte von einer Frau geführt. Ein Kommentar von José Pinto.

So, nun ist es amtlich: Sybille von Obernitz wird ab dem kommenden Jahr das operative Geschäft der Industrie- und Handelskammer verantworten. Damit tritt ein erfahrenes Kammergewächs in die Fußstapfen von Dr. Walter Lohmeier, der aus Altersgründen aufhört.

Die zierliche, temperamentvolle, eloquente und zupackend wirkende Frau wird es nicht leicht haben. Vor allem auch, weil ihr Deutschlands oberster Kammerkritiker Kai Boeddinghaus im Nacken sitzen wird. Und der wartete mit seinem Versuch, sie zu beschädigen, gar nicht erst bis zu ihrem Amtsantritt, sondern ging sie bereits vor der Bestellung durch die Vollversammlung zur Unzeit und unangemessen hart an, was sogar Wegbegleitern aus dem eigenen Lager zu weit ging. Er ist – mal wieder – übers Ziel hinausgeschossen und hat sich unnötigerweise ein Stück weit selbst diskreditiert. Die Quittung dafür bekam Boeddinghaus prompt. Obwohl neun Kammerkritiker anwesend waren, kassierte die Kandidatin nur fünf Gegenstimmen bei vier Enthaltungen. Treue Gefolgschaft sieht anders aus.

Wie auch immer: Die Entscheidung ist gefallen. Die Neue hat eine ehrliche Chance verdient und wird sie auch bekommen. Die Region wird sie nicht an der Häufigkeit und Intensität der Kritik, sondern ausschließlich an ihrer Arbeit messen.

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