Kommentar: Ulrike Pflüger-Scherb über die Ereignisse in der JVA Kassel I

Kassel. Offenbar unhaltbare Zustände herrschen in der Justizvollzugsanstalt Kassel I. Laut Strafverteidiger Thomas Braun wird etwa gegen den Grundsatz der Trennung zwischen verurteilten Straftätern und Untersuchungshäftlingen verstoßen. Reakteurin Ulrike Pflüger-Scherb zu den Ereignissen:

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Als das Untersuchungsgefängnis Elwe in der Unterneustadt vor über einem Jahr aus Kostengründen geschlossen wurde, da wurden Zweifel von Kritikern vom Justizministerium zurückgewiesen: Es sei kein Problem, die Untersuchungshäftlinge in Wehlheiden getrennt von den Verurteilten unterzubringen.

Das waren schöne Worte, die Praxis sieht anders aus: Überall treffen U-Häftlinge, die bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung als unschuldig gelten, auf Verurteilte. Weil es aus organisatorischen Gründen offenbar nicht möglich ist, dürfen sie in Wehlheiden nicht mal ihre eigene Kleidung tragen.

Es ist sicher kein Zuckerschlecken, hinter Gittern zu arbeiten - weder für die Anstaltsleitung noch für die Bediensteten, die sich tagtäglich für verhältnismäßig wenig Geld auch mit menschlichen Abgründen auseinandersetzen müssen. Trotzdem darf es nicht sein, dass im Gefängnis Gesetze und Regeln gebrochen werden. Schließlich sollen die Inhaftierten nicht nur ihre Strafe absitzen, sondern auf ein straffreies Leben in Freiheit vorbereitet werden.

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