Kommentar zum Urteil gegen Zschäpe

Urteil im NSU-Prozess: Endlich so etwas wie Genugtuung

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Nach mehr als 430 Prozesstagen wurde das Urteile gesprochen. Beate Zschäpe steht neben ihrem Anwalt Mathias Grasel vor dem Vorsitzende Richter Manfred Götzl (3.v.r.) und den Vertreter des Staatsschutzsenats Gabriele Feistkorn (l), Peter Lang (2.v.l.) und Konstantin Kuchenbauer (2.v.r)

Mit dem Urteil gegen Beate Zschäpe ging einer der spektakulärsten und längsten Prozesse der deutschen Justizgeschichte zu Ende. Ein Kommentar vom Chef der Kasseler Lokalredaktion Frank Thonicke.

Die Verfahrensdauer war dem Anliegen des Gerichts geschuldet, keinen Revisionsgrund zu liefern. Den Prozess noch einmal aufrollen - undenkbar.

Die Haupttäter hatten sich selbst gerichtet, ihre Komplizin wandert nun lebenslang hinter Gitter. Eine Strafe wie diese hat immer mehrere Aspekte: Buße und Resozialisierung für den Verurteilen und Genugtuung für das Opfer oder die Hinterbliebenen. Ob Zschäpe Buße tut, wissen wir nicht, ob sie irgendwann resozialisiert werden kann, darf man bezweifeln.

Hoffen wir, dass die Yozgats angesichts des Urteils so etwas wie Genugtuung empfinden können. Darüber hinwegkommen, dass ihr Sohn ermordet wurde, werden sie nie. Aber vielleicht finden sie jetzt Ruhe.

Dazu gehört auch, dass nicht mehr ständig darüber geredet wird, die Holländische Straße in Halit-Straße umzubenennen. Der Wunsch ist emotional verständlich, objektiv aber unsinnig.

Dieses Video stammt von der Videoplattform Glomex und wurde nicht von der HNA erstellt. 

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