Experten für Energieeffizienz prüfen die Fassaden des neuen Auebads

Kombibad: Wo kommt die kalte Luft rein?

Kassel. Energie einsparen ist oberstes Gebot. Was für die Sanierung des Hallenbads Süd galt, gilt erst recht für das neue Auebad, sagt Bauleiter Karsten Luttrup-Bauer. Es werde alles unternommen, damit die Energieeffizienz stimmt.

Beim Hallenbad Süd habe sich gezeigt, dass nach der Sanierung der Energieverbrauch um bis zur Hälfte gesunken ist, obwohl mehr Besucher kommen. „Mit diesem Ansatz sind wir auch an das neue Kombibad gegangen“, sagt Luttrup-Bauer. Eine dreifach verglaste Front, neueste Dämmstoffe und eine Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach werden für eine positive Energiebilanz sorgen. Im Vergleich zum 1967 gebauten Hallenbad-Mitte werde das neue Auebad bis zu drei Viertel weniger Energie verbrauchen, schätzt Luttrup-Bauer.

Für das Sahnehäubchen in Sachen Energiesparen sorgen im Kombibad zurzeit Experten, die den winzigsten Löchern in der gedämmten Außenhaut auf der Spur sind. Thomas Böttler und Sebastian Panradl aus dem bayerischen Miesbach untersuchen das 173 mal 50 Meter (63.113 Kubikmeter) große Bauwerk auf seine Luftdichtigkeit. Sie überprüfen exakt, wo es eventuell außerordentliche Kältebrücken oder Ecken gibt, an denen Kälte einströmt.

Das machen sie mit dem sogenannten Blower-Door-Test. Zunächst schaffen sie mithilfe von sechs in einer Türöffnung eingebauten Gebläsen - englisch Blower - einen Unterdruck. Kalte Luft strömt jetzt an den Stellen, an denen die Fassade undicht ist, verstärkt in den Innenraum.

Mit einer Wärmebildkamera werden thermografische Bilder gemacht. Aufgrund ihrer abgestuften Farbigkeit ist genau zu erkennen, wo im Raum welche Temperaturen herrschen. Ein weiteres Arbeitsgerät, das für das Messverfahren zum Einsatz kommt, ist das sogenannte Rauchröhrchen. Der künstlich erzeugte Rauch reagiert auf Kaltluftströme, indem er seine Richtung wechselt. Den Experten entgeht so kein noch so schwacher Hauch.

Arbeiten am Wochenende

Weil die Wärmemesser für ihre Arbeit freie Bahn benötigen, sind sie am Wochenende und nachts im Einsatz, wenn der Baubetrieb ruht und die anderen Arbeiter die Baustelle verlassen haben. Bis auf zwei Fassadenbauer. Die beobachten alles ganz genau. Wenn Panradl und Böttler ihre Arbeit erledigt haben, machen sie sich sofort daran, undichte Stellen nachzuarbeiten. Die möglichen Ritzen, durch die Kälte kommt, befinden sich zum größten Teil an den angeklebten Kunststoffanschlüssen, mit denen beispielsweise die Glasfassade abgedichtet wurde. „Insgesamt ist hier vorbildlich gearbeitet worden“, sagt Böttler und Luttrup-Bauer nickt. Nur wenige Stellen mussten bislang nachgedichtet werden.

Die Kosten für die Blower-Door-Test-Arbeiten liegen zwischen 15.000 und 20.000 Euro. Luttrup-Bauer: „In fünf, sechs Jahren hat sich diese Investition längst amortisiert.“

Das Auebad soll im Juni eröffnet werden. Die Baukosten sind mit 30 Millionen Euro veranschlagt worden.

Von Christina Hein

Fotostrecke: Bilder von den Bauarbeiten am Auebad

Bauarbeiten am Auebad schreiten voran

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