Eon Mitte betreibt Stromnetze künftig in Kooperation mit Städten und Gemeinden

Kommunen reden mit

Energieversorger aus der Luft: An der Druseltalstraße / Monteverdistraße in Kassel-Bad Wilhelmshöhe hat Eon Mitte seinen Sitz. Bis Ende 2011 laufen viele Konzessionsverträge der Kommunen mit Eon Mitte aus. Foto: Herzog/Charterflug Kassel, Knabe

Kassel. In den nächsten Tagen und Wochen wird die Stromversorgung in der Region neu geordnet. Bis Ende 2011 laufen nämlich viele Konzessionsverträge der Kommunen mit Eon Mitte in Kassel aus. Betroffen ist zum Beispiel der Landkreis Kassel mit seinen 29 Kommunen. Hier zeichnet sich ab, dass fast alle Kommunen nun einen Kooperationsvertrag mit der Eon abschließen werden.

Ziel der Kommunen ist es dabei, mehr Einfluss auf die Stromversorgung als mit einem bloßen Konzessionsvertrag zu bekommen. So wollen die Städte und Gemeinden etwa bei der Gestaltung des Netzes unter Berücksichtigung der Bevölkerungsentwicklung (weniger Einwohner) mitreden, aber auch Geld verdienen.

Die neuen Verträge wurden unter Federführung der Stadt Baunatal ausgehandelt und werden jetzt nach und nach in die kommunalen Parlamente eingebracht. Am Montagabend war Baunatal dran, andere Kommunen folgen. Endgültig soll in Baunatal am 20. Juni über den Vertrag entschieden werden.

Er soll für fast alle Kommunen im Kreis Kassel gleich aussehen: Die Kommune hält an einer gemeinsamen Gesellschaft 51 Prozent, Eon Mitte hat 49 Prozent. Dass die Mehrheit bei der Kommune liegt, hat Eon Mitte akzeptiert.

Den Kommunen lagen auch Angebote anderer Energieversorger vor. So bewarben sich unter anderem die Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg (NBB), die Städtischen Werke Kassel, die Stadtwerke Hameln, die Energie-Waldeck-Frankenberg und die Versorgungsbetriebe Hann. Münden. Es gilt aber als sicher, dass Eon Mitte den Zuschlag erhalten wird.

Damit scheinen auch Gerüchte erledigt zu sein, dass Eon Mitte seinen Verwaltungssitz in Kassel langfristig aufgeben könnte. Unternehmenssprecher Günther-Michael Birmes: „Wir sind meilenweit davon entfernt, das zu tun.“ Die Zahl der Mitarbeiter sei von 1270 im Jahr 2009 auf 1303 im Jahr 2010 gestiegen.

Da die Verträge über den Netzbetrieb Ende des Jahres auslaufen, habe man inzwischen schon 85 neue Konzessionsvereinbarungen mit Städten und Kommunen im gesamten Netzgebiet getroffen. Das entspricht rund der Hälfte des Absatzes. Neu ist, dass die Verträge den Kommunen flexible Laufzeiten bieten.

Auch außerhalb des Netzbetriebes war Eon Mitte erfolgreich: Im Landkreis Altenkirchen (Rheinland-Pfalz) haben sich 107 Städte und Gemeinden für Eon Mitte als Netzbetreiber entschieden.

Von Frank Thonicke

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