Wer kompostiert, bekommt Rabatt

Die Biotonne wird Pflicht: Das ändert sich für die Kasseler

Stellten sich den Fragen (von links): Bürgermeister Jürgen Kaiser, Prof. Klaus Gellenbeck vom Institut Infa und Gerhard Halm, Betriebsleiter der Stadtreiniger. Fotos: Nicklas

Kassel. Die Biotonne kommt. Die Pflicht zur grünen Tonne gehört für alle Haushalte zum Abfallkonzept der Stadtreiniger für 2013. Was auf die Kasseler zukommt und mit welchen Kosten sie rechnen müssen.

„Es ist nicht so, dass jeder Haushalt zwangsweise eine Biotonne vor die Tür gestellt bekommt“, sagte Kaiser. Es bestehe stattdessen auch die Möglichkeit, selbst zu kompostieren. Dann müsse der Kunde zehn Prozent weniger Abfallleistungsgebühr zahlen.

Hubert Grundler aus Bad Wilhelmshöhe wollte wissen, wie man auf diese zehn Prozent komme. „Das entspricht genau den Kosten für die Einsammlung durch die Mitarbeiter und die Entsorgung in unserer Anlage, die der Eigenkompostierer nicht in Anspruch nimmt“, sagte Halm.

Bürgermeister Jürgen Kaiser, Gerhard Halm, Betriebsleiter der Stadtreiniger, und Prof. Klaus Gellenbeck vom Institut Infa, das an dem Konzept mitgearbeitet hat, hatten 35 interessierten Bürgern im Philipp-Scheidemann-Haus vorgestellt, was sich für Verbraucher ändert.

Ute Böhl aus Niederzwehren macht sich hingegen Sorgen um Schimmelpilze, Maden und Gestank aus der Biotonne. „Die Biotonne macht nicht krank“, sagte Gellenbeck. Wenn man sie an einen schattigen Platz stelle, den Behälter nicht lüfte und feuchte Küchenabfälle in Papier einwickele, habe man keine Probleme. Auch eine gerechtere Verteilung der Müllgebühren soll das neue System bringen. „Haushalte, in denen weniger Restmüll anfällt, sollen auch weniger zahlen“, sagte Kaiser.

Neue Gebühren

Zukünftig werde deshalb zwischen einer Grund- und einer Leistungsgebühr unterschieden. Die Grundgebühr liegt bei 62,76 Euro pro Wohnung, Haus oder 200 Quadratmeter Bürofläche im Jahr. Hinzu kommt die Leistungsgebühr, die sich nach dem tatsächlich anfallenden Restmüll richtet. So zahlen Haushalte für eine 80-Liter-Tonne 139,56 Euro, für eine 120-Liter-Tonne 209,40 Euro und für 240 Liter Restabfälle 418,80 Euro im Jahr. „Die meisten Haushalte werden damit entlastet“, sagte Halm. Natürlich gebe es aber auch Einzelfälle, für die es teurer werde.

„Wieso bitten Sie nur Büros zur Kasse, während Verkaufsflächen oder Hallen von Gewerbebetrieben nicht berücksichtigt werden?“, fragte Schreinermeister Karl Schöberl aus der Unterneustadt. Weil es um Abfall gehe, der von Menschen gemacht werde, sagte Halm. Der entstehe in Räumen, in denen Menschen essen und trinken und damit Abfall produzieren. Was die Abfallmenge angeht, sei ein 200 Quadratmeter großes Büro vergleichbar mit einem Zweipersonenhaushalt.

Die neue Abfallsatzung wird in der Stadtverordnetenversammlung Ende Juni beschlossen. (pmn)

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.