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Tötungsdelikt in Kassel: Ermittler gehen ungewöhnlichen Schritt

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Von: Ulrike Pflüger-Scherb

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Nachdem der Flüchtling Khalaf D. Opfer eines Gewaltverbrechens geworden ist, haben die Mitarbeiter der Soko „Kirche“ Handzettel auf dem Lutherplatz in Kassel verteilt.

Kassel – „Kennen Sie diesen Mann?“ Diese Frage haben Kriminalkommissar Marlon Althainz und seine Kollegen am Donnerstag (13. Oktober) den Menschen gestellt, die über den Lutherplatz in Kassel liefen. Die Ermittler zeigten den Passanten ein Foto von Khalaf D. Der 55-jährige Flüchtling war am Samstag, 17. September, gegen 21.45 Uhr auf dem Lutherplatz bewusstlos gefunden worden. Später starb der irakische Staatsbürger in einem Krankenhaus an seinen schweren Kopfverletzungen.

Verteilte Handzettel auf dem Lutherplatz: Kriminalkommissar Marlon Althainz von der Soko „Kirche“.
Verteilte Handzettel auf dem Lutherplatz: Kriminalkommissar Marlon Althainz von der Soko „Kirche“. © Pflüger-Scherb

Bei der Obduktion des Mannes kam heraus, dass das Verletzungsbild für eine Fremdeinwirkung und somit für ein Tötungsdelikt spricht. Daraufhin wurde im Polizeipräsidium Nordhessen die Soko „Kirche“ gegründet, der aktuell sieben Ermittler angehören. Bei der Soko seien bereits konkrete Hinweise von Zeugen eingegangen, so Polizeisprecher Matthias Mänz. Derzeit würde geprüft, ob sich daraus ein Tatverdacht ergeben könne.

Mutmaßliches Tötungsdelikt am Lutherplatz in Kassel: Zeugen gesucht

Die Ermittler konfrontierten die Leute auf dem Lutherplatz am Donnerstag nicht nur mit einem Foto des getöteten Mannes und befestigten Fahndungsplakate an Bäumen rund um die Kirche, sondern verteilten auch Handzettel mit Fragen zu dem Fall.

Konkret wollen die Ermittler der Soko „Kirche“ wissen:

Der 55-jährige Khalaf D. wurde bewusstlos auf dem Lutherplatz gefunden.
Der 55-jährige Khalaf D. wurde bewusstlos auf dem Lutherplatz gefunden. © Polizei Kassel

Diese Flugblätter wurden nicht nur in deutscher Sprache, sondern auch auf Englisch, Arabisch, Russisch und Kurmandschi (eine der drei kurdischen Sprachen) verfasst. Khalaf D., der bis zu seinem Tod in der Flüchtlingsunterkunft am Platz der Deutschen Einheit in der Unterneustadt lebte, hat Kurmandschi gesprochen. Nach Informationen der HNA soll der 55-jährige Flüchtling ohne Familie in Kassel gelebt haben. Hinweise an die Soko „Kirche“ nimmt die Polizei in Kassel unter Tel. 0561/ 9100 entgegen. (use)

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