Industrie befürchtet höhere Preise

Nachfrage von Kaminholz macht Produktion für Industrie teurer

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Beliebtes Heizmaterial: Deutschlandweit wächst die Nachfrage für den Privatverbrauch. Engpässe sind aber nicht zu erwarten.

Kassel. Deutschlandweit wächst wegen steigender Öl- und Gaspreise der Brennholzbedarf, teilt die Arbeitsgemeinschaft der Rohholzverbraucher (AGR) mit. Deshalb warnt die AGR, die Lobbyarbeit für das Holz verarbeitende Gewerbe betreibt, vor Holzknappheit und steigenden Preisen.

„Keine Gefahr bei den Kapazitäten“ sieht hingegen Christian Raupach, Geschäftsführender Direktor des Hessischen Waldbesitzerverbands. Diese Meinung vertritt auch Hessenforst, teilte Pressesprecherin Petra Westphal mit. Gegenüber dem Jahr 2011 sei die Nachfrage sogar leicht rückläufig. Der Trend der vergangenen Jahre verlaufe aber insgesamt steigend.

Nach den Verkaufszahlen liegt der Verkauf von Hessen-forst bei 550.000 Kubikmetern pro Jahr. Diese Zahlen gelten für die von Hessenforst betreuten 84 Prozent der hessischen Waldfläche, zu der auch Privatwälder gehören. Der Großteil des Holzes, etwa 445 000 Festmeter, sei Laubholz, sagte Westphal. Der hohe Bedarf an dem Brennmaterial liegt laut der Pressesprecherin an den Ölpreisen.

Raupach von den Hessischen Waldbesitzern vermutet hinter der bundesweiten Warnung vor Holzengpässen der AGR vor allem ein Eigeninteresse: „Der Bedarf an Buchen- und Eichenholz von geringer Qualität zum Heizen ist gewachsen“, sagt er. Dadurch stiegen die Preise für Brennholz. Das betreffe dann natürlich auch die verarbeitenden Betriebe, die lange Zeit einen Großteil dieses Holzes für die Produktion von Spanplatten gekauft haben – zu niedrigen Preisen und zum Nachteil der Waldbesitzer.

Das Problem sei jetzt also mehr eines des teurer werdenden Holzes für die Betriebe, sagte Raupach, und nicht von weniger Holz.

Das könne man so sehen, teilte Dr. Denny Ohnesorge, Geschäftsführer der AGR mit. „Natürlich verfolgen wir ein Eigeninteresse.“ Private Holznutzer und die Betriebe konkurrierten um das Brennholz. Die Preise seien seit 2005 um knapp 90 Prozent gestiegen.

Es sei für ihn nachvollziehbar, dass die Waldbesitzer so argumentierten. „Aber unsere Wettbewerbsfähigkeit zu anderen Ländern ist dadurch gefährdet“, sagte er. Es sei bereits zu sehen, dass Betriebe ins Ausland abwanderten. Denn der Einkauf mache bereits 60 bis 70 Prozent der gesamten Produktionskosten aus.

Die Kapazitäten des Waldes seien nicht unerschöpflich, sagte Ohnesorge. Pro Jahr würden bis zu 85 Millionen Kubikmeter Wald in Deutschland geerntet. Dem stünden 120 Millionen Kubikmeter Zuwachs entgegen. Aber die Flächen schrumpften wegen neuer Naturschutzgebiete, sagte Ohnesorge.

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