In der Konrad-Werkstatt: Bis zu zehn Leihfahrräder täglich

Kassel. 70 000 Ausleihen in dreieinhalb Monaten haben ihre Spuren hinterlassen. Täglich müssen bis zu zehn der 500 Konrad-Leihfahrräder repariert werden. Ein Blick in die Werkstatt:

Oft geht es um Gebrauchsschäden, teilweise werden die Räder aber auch unsachgemäß benutzt oder Opfer von Vandalismus. Um die Pflege kümmern sich drei Vollzeitkräfte der Bahntochter DB Rent, ein Praktikant und sechs Studenten. Sie sorgen auch für die gleichmäßige Verteilung der Räder auf die Leihstationen.

Abgesprungene Ketten, verstellte Gangschaltungen, defekte Lampen, platte Reifen und lockere Speichen gehören zum Alltagsgeschäft von Mechaniker Juan-Carlos Ortega. Er kümmert sich in einer Werkstatt in Niederzwehren darum, dass die Räder rollen. Weil die Stadt als Betreiber des Verleihsystems Einbrüche fürchtet, will sie den Standort der Werkstatt geheim halten.

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Ortega ärgert es, wenn er mutwillige Beschädigungen feststellt. Zerstochene Reifen gab es schon und bei einem Diebstahlversuch wurde das Schloss erfolglos mit einem Pickel bearbeitet. Zudem strapaziert mancher Nutzer die Belastbarkeit der Konräder allzu sehr. „Es gibt Jungs, die ihre Mädels auf dem Fahrradkorb transportieren. Dabei reißt oft das Schutzblech und der Korb leidet“, sagt Frank Harnack, der sich bei DB Rent vor allem um die Disposition kümmert. Es lasse sich aber meist zurückverfolgen, wer für die Beschädigungen verantwortlich ist. Die Reparaturkosten würden dann in Rechnung gestellt.

Viel zu tun haben die Mechaniker montags. Über das Wochenende würden die Räder über 1000 Mal ausgeliehen. Die meisten Schäden meldeten Nutzer oder Passanten. Kleinere Reparaturen erledigen die Mechaniker direkt an den Stationen.

Mechaniker Ortega hat einen Wunsch an die bislang 12 500 Nutzer: Wenn die Bremsen oder die Gangschaltung nicht richtig funktionierten, sollten sie nicht daran herumspielen, sondern ein neues Rad entleihen. „Andernfalls werden die Schäden größer.“

Zusätzliche Kosten entstünden durch die Reparaturen bisher nicht, sagt Stadtsprecher Hans-Jürgen Schweinsberg. Bei der Anschaffung des mit 1,5 Mio. Euro vom Bund geförderten Fahrradleihsystems seien Ersatzteile bereits besorgt worden.

Was die Zukunft des bis Ende 2012 vom Bund finanzierten Systems angeht, ist Ingrid Steinbach, Leiterin des Straßen- und Verkehrsamtes, optimistisch. Bis Ende August will die Stadt klären, wie es im Januar 2013 weitergehen soll. Dazu laufen derzeit Gespräche mit DB Rent, die sich schon jetzt um 80 Prozent des Betriebs kümmert.

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