Betrieb soll 2018 nahtlos weitergehen

Konrad ab Januar mit neuem Betreiber - Was für Kunden nun zählt

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Seit 2011 in Kassel präsent: Das Fahrradvermietsystem Konrad. Im Bild ist eine Konrad-Station an der Menzelstraße/Universität Kassel. Ob die Räder auch künftig noch grün sind, ist unklar.

Kassel. Seit Freitag hagelt es Kündigungen für Kunden des Kasseler Fahrradvermietsystems Konrad. Betreiberin DB Rent hat per Mail informiert, dass der zum Jahresende auslaufende Vertrag mit der Stadt nicht verlängert werde.

Mit Nextbike steht nun ein Nachfolger in den Startlöchern.

Nach dem für die Stadt überraschenden Schritt der Bahntochter, den Kunden unabgesprochen zu kündigen, gab die Pressestelle der Stadt am Montagnachmittag bekannt, dass die Gespräche mit dem Leipziger Unternehmen Nextbike, mit dem der Asta der Uni Kassel bereits im April einen Vertrag für 2018 abgeschlossen hatte, inzwischen kurz vor dem Abschluss stünden. 

Es ist davon auszugehen, dass der Schritt der Studierenden maßgeblich zur Entscheidung der Stadt beigetragen hat. „Die Studierenden der Uni Kassel haben als große Nutzergruppe natürlich [...] einen entscheidenden Einfluss“, wird Stadtbaurat Christof Nolda in der Pressemitteilung zitiert.

Pro Semester zahlen die rund 25.000 Studierenden aktuell drei Euro für Konrad. Dadurch flossen jährlich 150.000 Euro nur über den Asta an die DB Rent. Das neue Angebot mit Nextbike soll mit 400 Fahrrädern nahtlos an das bestehende anknüpfen. Über zukünftige Tarife ist bisher noch nichts bekannt. Das Aus für Konrad ist offiziell beschlossen.

Was Konrad Kunden jetzt wissen müssen:

Kann ich als Kunde nach der Kündigung jetzt noch ein Konrad leihen?

Ja. Zumindest noch bis einschließlich Dezember. Da die Kündigung nicht fristlos war, können die Kunden bis zum Jahresende noch auf das Angebot zurückgreifen.

Wie geht es dann ab Januar weiter?

Da die Tinte noch nicht trocken ist, sind viele Formalitäten noch ungeklärt. Aber das Angebot soll ab 1. Januar nahtlos mit 400 Fahrrädern (vorher knapp 500) weitergehen. Wahrscheinlich müssen sich die Kunden ein neues Konto einrichten. Über eventuelle Tarifänderungen ist bisher noch nichts bekannt. Ob das Angebot unter dem gleichen Namen weiterläuft, ist nicht sicher, aber wahrscheinlich, da die Stadt die Rechte an der Marke Konrad hält.

Warum wurde der Vertrag zwischen Stadt und DB Rent eigentlich nicht verlängert?

Vermutlich weil der Asta im April aus dem Vertrag ausgestiegen war und das Geschäft ohne die Studierenden für die DB Rent nicht mehr rentabel gewesen wäre. Von der Betreiberin hieß es lediglich, die Entscheidung habe „wirtschaftliche Gründe“ gehabt. Stadtbaurat Christof Nolda sagte: „Wir danken der Deutschen Bahn sehr für das bisherige Engagement in Kassel. (...) Inzwischen haben sich urbane Fahrradvermietsysteme aber so gut etabliert, dass ein Markt mit verschiedenen Anbietern entstanden ist. Als Stadt müssen wir uns an diese veränderten Gegebenheiten anpassen.“

Welche Rolle spielt der Asta eigentlich bei Konrad?

Der Asta war als Kooperationspartner der Stadt und DB Rent an dem System Konrad beteiligt. Nach dem Ausstieg im April suchte sich der Asta in Nextbike unabhängig von der Stadt einen neuen Partner für 2018. Jeder Studierende der Uni Kassel zahlt pro Semester drei Euro für die Nutzung von Konrad. Der Beitrag ist obligatorisch und im Semesterbeitrag von derzeit 280,58 Euro enthalten.

Hätte eine weitere Kooperation der Stadt mit DB Rent ohne den Asta überhaupt Sinn ergeben?

Nicht wirklich. Pro Jahr sind durch die Kooperation mit dem Asta rund 150 000 Euro an die DB Rent geflossen. Zwar gibt die Bahntochter aus Wettbewerbsgründen keine offiziellen Nutzungszahlen heraus, es gilt jedoch als sicher, dass etwa zwei Drittel der Konrad-Ausleihen durch Studierende getätigt werden. Ohne den Asta würde also der Hauptabsatzmarkt entfallen. Ohne die Stadt würde es wiederum auch für den Asta schwer. Schließlich gehören die Fahrräder und die 59 Stationen der Stadt.

Kann sich durch den Anbieterwechsel etwas an dem Preis von drei Euro pro Semester für Studierende verändern?

Ja, allerdings nur zum Guten. Der Beitrag für die Studierenden würde durch die Kooperation mit Nextbike definitiv nicht teurer, sagte Tobias Marczykowski vom Asta.

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