Konrad soll ab 2013 ohne Zuschüsse fahren

Kassel. Das Fahrradverleihsystem Konrad soll ab Januar 2013 ohne städtische Zuschüsse auskommen. Die Stadt verhandelt derzeit mit der Bahntochter DB Rent über einen entsprechenden dreijährigen Vertrag.

Nach Auskunft von DB Rent und Stadt spricht alles für einen Vertragsabschluss bis Ende November. In dem Fall wäre die Stadt an den jährlichen Betriebskosten von etwa 375.000 Euro nicht weiter beteiligt. DB Rent ist bereits jetzt Partner bei Konrad, indem die Firma die Systemtechnik zur Verfügung stellt.

Sollte die weitergehende Zusammenarbeit beschlossen werden, führt DB Rent das städtische Verleihsystem zunächst bis Ende 2015 privatwirtschaftlich weiter. Die Stadt ist aber auch weiterhin im Boot und behält sich ein Mitspracherecht vor. 2015 solle dann über den Weiterbetrieb neu verhandelt werden.

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Getragen werden soll das System vor allem durch das Engagement von Kasseler Firmen, die Konrad in ihr Mobilitätskonzept einbinden und dafür eine Pauschale an die DB Rent zahlen. Mit SMA nannte die Stadt bereits einen der Firmen-Partner, der sich beteiligt. Über die Höhe der Beteiligung und weitere Partner will die Stadt bis zum Abschluss der Verträge nichts sagen.

Bei den Verhandlungen mit Unternehmen unterstützt die Stadt derzeit die Bahntochter. Noch gebe es für 2013 eine Finanzierungslücke von 40.000 Euro. Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) ist sich sicher, dass diese noch geschlossen wird. Bis vor wenigen Wochen fehlten noch rund 160.000 Euro.

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Christian Mahner von DB Rent erläuterte das Interesse der Bahn, Konrad in eigener Regie zu betreiben. Im Vergleich mit den acht weiteren Fahrrad-Verleihsystemen in Großsstädten liege Konrad bei den Nutzerzahlen auf Platz zwei hinter Hamburg. Jedes Rad sei in den vergangenen neun Monaten drei Mal pro Tag ausgeliehen worden. Mahner zeigt sich optimistisch, dass sich das System auch in den Jahren lohne, in denen keine documenta und kein Hessentag in Kassel stattfinden.

Seit dem Start von Konrad im März haben sich 23.350 Nutzer angemeldet, die die Räder für 160.000 Fahrten nutzten. Dadurch wurden 120.000 Euro an Verleihgebühren eingenommen.

Die Verleihgebühren machten in der Finanzierungs-Kalkulation nur etwa 20 Prozent aus, sagte Nolda. Der Rest solle durch das Engagement von Firmen zusammenkommen. Selbst wenn die Verleihgebühren in Jahren ohne Großereignisse bei jährlich 75.000 Euro lägen, sei das System rentabel zu betreiben. (bal)

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