Dafür Alkoholfreies immer beliebter

Bierkonsum sinkt: Hütt und Martini setzen auf Spezialitäten aus der Region

Kassel. In Deutschland wird weniger Bier getrunken - und das schon seit Jahren. Diesen Trend spüren auch regionale Brauereien wie die Hütt Brauerei in Baunatal oder die Martini Brauerei in Kassel, die seit 1997 zu der Einbecker-Brauerei gehört.

„Wir spüren den bundesweiten Trend stark“, sagt Frank Bettenhäuser von der Hütt Brauerei. „Haben wir zu Jahresbeginn 2013 noch gehofft, durch Großveranstaltungen wie den Hessentag und das Stadtjubiläum ein Plus zu verzeichnen, schreiben wir jetzt rote Zahlen.“ Das habe für das Jahr 2014 die Konsequenz, dass Hütt seine Abgabepreise erhöhen wird.

Mehr über die regionalen Brauereien im RegioWiki:

Einbecker Brauerei

Hütt-Brauerei

Die Einbecker-Brauerei verzeichnet für das Jahr 2013 nur einen leichten Verkaufsrückgang. Die Produktionsmenge von 700 000 Hektolitern sei verglichen zum Vorjahr nahezu konstant geblieben. „Vor allem unser alkoholfreies Pils und die Nörtenhardenberger Fassbrause werden immer mehr gekauft“, sagt Ingo Schrader, Marketingleiter der Einbecker-Brauerei. „Weil viele Angst haben, den Führerschein los zu werden, trinken sie weniger, wollen aber gleichzeitig den Geschmack des Bieres nicht verlieren.“

Gleichzeitig steigen die Kosten für Rohstoffe und Energie. Bettenhäuser erkennt dieses Konsumentenverhalten auch in seinen Absatzzahlen wieder. Auch Hütt verzeichne bei den alkoholfreien Biersorten einen klaren Anstieg. „Wir setzen zudem auf hochwertige Spezialitäten wie dem Brauer Schorsch“, sagt Bettenhäuser. „Unsere Stärke ist, dass sich die Menschen mit dem Produkt aus der Region identifizieren.“

Woran liegt es jedoch, dass Deutschlands Ruf als Weltmeister im Biertrinken gefährdet ist? „Das hat viele Gründe“, sagt Bettenhäuser. Die Branche bekäme zum einen den demografischen Wandel zu spüren: Die Gesellschaft werde immer älter, die bierkonsumierenden Menschen seien jedoch zwischen 20 und Ende 40 Jahre alt. Außerdem sei der Winter im letzten Jahr sehr lang gewesen. „Zudem hat sich das Angebot erweitert“, ergänzt Schrader. Habe es früher auf der Kirmes Bier, Kaffee und Wasser gegeben, so bekomme der Hopfensaft heute Konkurrenz durch Trendgetränke wie Aperol Sprizz oder Hugo.

Von Miriam Linke

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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