Mehrere Beamte mussten einschreiten

Schwarzfahrerinnen rasten bei KVG-Kontrolle aus, eine greift nach Polizeiwaffe

Kassel. Zwei junge Frauen sind am Mittwochnachmittag bei einer Fahrscheinkontrolle in einer Straßenbahn auf der Holländischen Straße völlig ausgerastet.

Eine der Frauen versuchte sogar, einem Polizeibeamten die Dienstwaffe zu entreißen, teilte Polizeisprecher Torsten Werner mit.

Die Schwarzfahrerkontrollen wurden von Beamten des Polizeireviers Nord zusammen mit Mitarbeitern der Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG) auf der Straßenbahnstrecke in der Nordstadt vorgenommen. Von insgesamt 230 überprüften Fahrgästen konnten 23 keinen gültigen Fahrschein vorweisen. Gegen sie wird nun wegen Leistungserschleichung ermittelt.

Eine 17-Jährige und eine 23-jährige Frau aus Vellmar müssen sich zudem wegen Widerstands, Körperverletzung und Beleidigung verantworten. Gegen 17.15 Uhr seien die beiden Frauen in der Bahn ohne Fahrschein erwischt worden, so der Polizeisprecher. Nachdem sich Unregelmäßigkeiten bei der Überprüfung ihrer Identität ergeben hätten, sei es durch die aggressiven Frauen zu einem Gerangel gekommen. 

Neben Beleidigungen, die sie gegen die Beamten aussprachen, versuchte eine der Frauen sogar, die Dienstwaffe eines Polizisten zu ergreifen. Es hätten mehrere Beamte eingreifen müssen, um die Situation unter Kontrolle zu bringen. Ein Polizist sei dabei leicht am Unterarm verletzt worden. Die beiden Frauen mussten die Beamten mit zur Dienststelle begleiten.

„Unsere Kontrolleure haben sich absolut korrekt verhalten“, sagt KVG-Sprecher Ingo Pijanka. Dass es bei einer Kontrolle solche Eskalationen gebe, sei ein absoluter Einzelfall.

Nichtsdestotrotz kam es zu einem weiteren Zwischenfall. Ein 23-jähriger Mann aus Albanien, der keinen Wohnsitz hat, habe versucht, sich der Fahrscheinkontrolle zu entziehen. Die Beamten seien gegen 18.30 Uhr im Begriff gewesen, an der Haltestelle „Halitplatz“ die Straßenbahn zu betreten. Da sei der 23-Jährige aus der stehenden Tram gesprungen und auf der Holländischen Straße stadtauswärts davongelaufen, so der Polizeisprecher. Die Beamten verfolgten den jungen Mann und nahmen ihn nach wenigen hundert Metern fest. Auch er muss sich nun wegen Leistungserschleichung verantworten.

Die Kontrollen fanden zwischen 17 Uhr bis 21 Uhr auf der Strecke zwischen den Haltestellen „Halitplatz“ und „Holländische Straße“ statt. Bei zwei Drittel der 23 Fahrgäste konnte bereits geklärt werden, dass sie ohne Fahrschein die Straßenbahn nutzten, da sie die Schwarzfahrt einräumten.

Die übrigen gaben an, ihren Fahrausweis lediglich vergessen zu haben. Diese Personen müssen nun nachträglich nachweisen, dass sie tatsächlich einen gültigen Fahrschein hatten. „Erfahrungsgemäß zeigt sich, dass einige dies nicht belegen können. Sie erwartet, wie die übrigen Ertappten auch, ein Ermittlungsverfahren wegen Leistungserschleichung“, so der Polizeisprecher. 

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