Neue Maßnahmen

Corona-Regeln in Kassel: Wie setzt der Einzelhandel die 2G-Regel um?

Ist vorbereitet: Martina Pape, Chefin bei Etuis Mertl, hat die Covpass-App für die 2G-Kontrolle auf ihrem Handy. Die Corona-Regeln wurden in der Stadt verschärft.
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Ist vorbereitet: Martina Pape, Chefin bei Etuis Mertl, hat die Covpass-App für die 2G-Kontrolle auf ihrem Handy. Die Corona-Regeln wurden in der Stadt verschärft.

In Kassel gilt ab kommender Woche die 2G-Regel auch im Einzelhandel. In Geschäften werden aktuell entsprechende Vorbereitungen getroffen.

Kassel – Ab Sonntag (05.12.2021) gilt im hessischen Einzelhandel die 2G-Regel für Kunden. Wir haben uns bei verschiedenen Einkaufszentren und Geschäften umgehört, wie die Händler darauf reagieren und die Kontrollen ihrer Kunden umsetzen wollen.

Ratio-Land Baunatal: „Es sieht so aus, als ob sich jedes Geschäft einzeln um die Kontrolle kümmern muss“, sagt Dennis Spangenberg, Centermanager vom Ratio-Land in Baunatal. Da sich im Center auch Lebensmittelgeschäfte, Drogerien und Apotheken befinden, sei es nicht möglich, am Haupteingang eine Kontrolle zu machen.

Neue Corona-Regeln: Geschäfte in Kassel bereiten sich auf 2G vor

Dez-Einkaufscenter in Kassel-Niederzwehren: „Bei uns kann es keine allgemeinen Zugangsbeschränkungen geben“, sagt Margaret Stange-Gläsener, Centermanagerin im Dez. Die Geschäfte, die weiterhin für ungeimpfte Personen zugänglich sein werden, seien nämlich über das gesamte Einkaufszentrum verteilt. Stange-Gläsener ist aber zuversichtlich, dass die anderen Unternehmen sehr schnell in der Lage sein werden, sich auf die neuen Bestimmungen einzustellen. „Bislang hat sich auch alles gut umsetzen lassen.“

Ranzen- und Koffergeschäft Etuis Mertl in Kassel: Geschäftsführerin Martina Pape und ihr Team sind vorbereitet: „Wir haben alle die Cov-Pass-App auf dem Handy, um die Nachweise scannen zu können“, sagt sie. Fachlich könne sie den Sinn dieser Maßnahme nicht beurteilen, „das ist aber viel besser, als schon wieder schließen zu müssen“. Für sie stehe an erster Stelle, die Pandemie zu überwinden. „Dafür muss jeder seinen Teil leisten, ob beruflich oder privat.“ Ob die Regelverschärfung ausreiche, um einen weiteren Corona-Lockdown zu vermeiden, bezweifle sie aber vorsichtig.

Kassel: Kontrollen mit Spaß, Lachen und Leichtigkeit - 2G ab Montag im Einzelhandel

Haushaltswarengeschäft Hornschu in Kassel : „Natürlich werden wir alles so machen, wie es von der Politik gefordert wird“, sagt Korinna Hornschu vom Haushaltswarengeschäft Hornschu in der Kasseler Innenstadt. Sie hat sich überlegt, den Packtisch, an dem die Waren weihnachtlich verpackt werden, in den Eingangsbereich des Geschäfts zu stellen. Dort werden ab Montag dann auch alle Kunden kontrolliert, ob sie geimpft oder genesen sind. Ihr ist es wichtig, dass dieses Prozedere mit Spaß, Lachen und Leichtigkeit verbunden wird. Sie hat die Erfahrung gemacht, dass die Kunden sehr dankbar sind, dass sie weiterhin in Geschäften einkaufen können. „Das hatten wir auch schon mal anders.“ Von daher ist sie überzeugt, dass die Kontrollen gut funktionieren.

Fürs Bild mit Wichtel auf dem Arm: Korinna Hornschu wird ab Montag den Packtisch in den Eingangsbereich des Geschäfts Hornschu stellen. Dort sollen die Kunden dann auch ihren 2G-Nachweis vorzeigen.

Einrichtungsgeschäft Stey in Kassel: „Eigentlich müsste der Laden heute voll sein“, sagt Stey-Geschäftsführer Markus Zenker. Die Zurückhaltung der Kunden, die aus Vorsicht auf Bummeln und Shoppen verzichten, sei schon jetzt spürbar. „Unser eigener Online-Shop läuft dagegen sehr gut.“ Privat finde er die neuen Regeln zwar richtig und wichtig, allerdings glaubt er nicht an eine Besserung der Geschäftslage dadurch. „Außerdem kommt das wahrscheinlich alles viel zu spät.“

Zenker werde ab Montag ein Schild am Eingang anbringen, damit die Kunden kurz warten. „Natürlich ist das nicht optimal, wenn ich eine Beratung unterbrechen muss, um 2G zu kontrollieren.“ Seine Mitarbeiter dafür aufzustocken werde nicht möglich sein. „Aber das werden wir schon irgendwie geregelt bekommen.“

Corona-Regel 2G in Kassel: „Völlig klar, dass es strengere Regeln braucht“

Kleidungsboutique Elsbeth in Kassel: „Mir bleibt ja nichts anderes übrig, als nachzufragen“, sagt Geschäftsinhaberin Sonja Buehrig. „Als Privatperson ist mir völlig klar, dass es jetzt strengere Regeln braucht.“ Sie hat sich schon längst auf die wegbleibenden Kunden eingestellt: „Mit Stammkunden vereinbare ich Termine oder biete auch Beratungen per Videotelefonie an.“ Nach Ladenschluss liefert Buehrig die Ware dann mit dem Auto aus – ein Fulltime-Job, auch wenn „von Weihnachtsgeschäft keine Rede sein kann. Die Leute sind alle sehr vorsichtig.“ Dieser zusätzliche Service habe sie bislang durch die Pandemie gerettet, sagt Buehrig.

Büchereck am Rathaus in Vellmar: Inhaberin Katharina Engelhardt hat erst von der HNA Gewissheit bekommen, dass bei ihr kein 2G vorgeschrieben werde. „Dafür war heute viel zu viel los. Wir hatten sehr viele Kunden im Laden.“ Auf sie habe es gewirkt wie „der letzte Tag vor Weihnachten“. Es sei erfreulich, dass ihr Geschäft von der Regel nicht betroffen sei. (Ulrike Pflüger-Scherb und Gregory Dauber)

Der Einzelhandelsverband hat die Corona-Regel 2G im Einzelhandel in Kassel massiv kritisiert.

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