Radfahren verboten: Kontrolle auf Fulda-Promenade

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Gestoppt: Radfahrer Neil Sauer zeigte sich einsichtig, nachdem er am Donnerstag auf der Promenade von Polizeioberkommissar Holger Menne (von links), Jutta Stork und Manfred Aul (beide Seniorenbeirat) sowie Volker Thüne (Verkehrswacht) angehalten worden war.

Kassel. Das Radfahren auf der Fuldapromenade ist verboten. Viele Verkehrsteilnehmer halten sich aber nicht daran. Deshalb wird jetzt kontrolliert.

„Ich habe einen Fehler gemacht. Das sehe ich ein“, sagt Neil Sauer aus Fuldabrück, nachdem er am Donnerstagmittag auf der Fuldapromenade gestoppt worden war. Von mehreren Senioren, zwei Polizisten und Mitarbeitern der Verkehrswacht.

Sauer wollte in der Sonne radeln und war deshalb auf der Promenade unterwegs. Dieser Weg ist aber nur für Fußgänger gedacht. Und darauf wollten die Senioren, die Polizei und die Verkehrswacht aufmerksam machen. „Das ist keine Aktion gegen Fahrradfahrer, sondern hat symbolischen Charakter“, sagt Manfred Aul, Vorsitzender des Seniorenbeirats. „Ich fahre selbst gern Rad. Wir werben nur für ein vernünftiges Miteinander.“

Klingeln verunsichert

Der Fulda-Uferweg werde sehr gern von Senioren genutzt: zum Spazieren und Walken. Oft würden sie aber von Radfahrern gestört und fühlten sich dadurch belästigt, sagt Aul. Er berichtet von einem älteren Herrn mit Schnurrbart, der jeden Tag auf dem Fußweg radele. Wenn er von Fußgängern darauf angesprochen werde, beschimpfe er sie nur und fahre weiter.

Es bringe auch nichts, wenn die Radfahrer klingelten, sagt Jutta Stork, Mitglied des Seniorenbeirats. „Viele Fußgänger fühlten sich dadurch verunsichert, machten einen Schritt zur Seite und liefen dann gegen das Rad.“

Es sei am Donnerstag das erste Mal gewesen, dass die Polizei eine Kontrolle speziell für Radfahrer auf dem Uferweg gemacht habe, sagt Polizeioberkommissar Holger Menne, stellvertretender Leiter des Verkehrserziehungsdienstes. Insgesamt wurden 21 Radler gestoppt. Eine Ordnungswidrigkeit in Höhe von 30 Euro, die eigentlich fällig gewesen wäre, mussten sie aber nicht zahlen. Am Donnerstag stand die Information im Mittelpunkt.

Bis vor Kurzem sind Lydia und Herbert Büsing aus Kassel immer auf dem Uferweg geradelt. Bis zu dem Zeitpunkt, als Fußgänger die beiden aufklärten, dass dies verboten ist. Jetzt fährt das Paar auf dem Auedamm. „Wir bedauern das sehr“, sagt Herbert Büsing. Zumal die Promenade breit genug für Fußgänger und Radfahrer sei. „Es ist schöner, am Wasser zu fahren“, sagt Lydia Büsing.

Manfred Aul hat dafür Verständnis. Der Fulda-Uferweg, der vor und während seines Baus sehr umstritten war, sei aber nun mal nur für Fußgänger angelegt worden. „Das war damals eine parteipolitische Sache.“

Fahrbahn zu gefährlich

Der Seniorenbeirat will sich jetzt dafür einsetzen, dass die Radfahrer zumindest auf dem breiten Fußgängerweg des Auedamms offiziell fahren dürfen. Die Fahrbahn, die eigentlich für sie vorgesehen ist, sei zu eng und zu gefährlich, sagt Aul.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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