Mann gelangte in Müllpresse - Stadtreiniger: Können keine Konsequenzen ziehen

Unglücksort: Der 22-Jährige kletterte offenbar in diesen Altpapiercontainer, der am Samstagmorgen geleert wurde. Der Mann wurde bei dem Pressvorgang im Müllauto schwer verletzt. Foto:  Malmus

Kassel. Die beiden Mitarbeiter der Kasseler Stadtreiniger standen auf den Trittbrettern des Müllwagens, als sie am Samstagmorgen gegen 7.30 Uhr eine Stimme aus dem Laderaum hörten. Die Männer reagierten „gut und schnell“, sonst wäre Schlimmeres geschehen, sagt Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch.

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Das Fahrzeug wurde sofort gestoppt. Im Laderaum lag zwischen dem Altpapier ein junger Mann, der alkoholisiert war. Wie sich später herausstellte, handelte es sich um einen 22-Jährigen aus Bettenhausen, der in Niederzwehren eine Party besucht hatte. Der junge Mann hatte sich laut Jungnitsch allein auf den Heimweg gemacht. Wie er in den Papiercontainer an der Ecke Silberbornstraße/Paul-Heidelbach-Straße gelangt sei, daran habe sich der alkoholisierte Mann bislang nicht erinnern können. „Es sieht alles nach einem tragischen Unglücksfall aus.“ Die Polizei geht davon aus, dass der junge Mann in den Container geklettert sei.

Es sei das erste Mal, dass so etwas bei den Stadtreinigern passiert sei, sagt Ulrich Hackmann, Qualitätsmanagementbeauftragter. Die Müllwerker hätten den Container gegen 7.30 Uhr geleert. Nach der Schüttung habe es einen ersten Pressvorgang gegeben, sagt Hackmann. Der Wagen fuhr weiter. Danach hätten die Müllwerker den Schrei aus dem Laderaum vernommen.

Der 22-Jährige wurde mit schweren Verletzungen an Armen und Beinen ins Klinikum Kassel gebracht. Lebensgefahr habe nicht bestanden, sagt Jungnitsch.

Die Stadtreiniger könnten grundsätzlich keine Konsequenzen aus dem Unglücksfall ziehen. Die 2300 Altpapiercontainer, die auf öffentlichen Flächen im Kasseler Stadtgebiet stehen, „können nicht vor jeder Leerung kontrolliert werden“, sagt Hackmann. Jeder Container würde mindestens einmal in der Woche geleert, manche - je nach Standort - auch häufiger. Container, die an der Obersten Gasse (Innenstadt) stehen, würden zum Beispiel dreimal pro Woche geleert.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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