Anwohner der viel befahrenen Schönfelder Straße verlangen von der Stadt Gesundheitsschutz

Konzept gegen Lärm gefordert

Viel Verkehr: Von der Wilhelmshöher Allee fahren Reisebusse und Schwertransporte auf ihrem Weg über die Schönfelder Straße in Richtung Autobahn. Die Anwohner leiden unter dem Lärm. Foto. Herzog

Kassel. Bewohner der stark befahrenen Schönfelder Straße haben die Nase voll von schlechter Luft und Verkehrslärm. Sie wollen, dass die Stadt Kassel für den Gesundheitsschutz ihrer Bürger Verantwortung übernimmt.

Deswegen hat jetzt eine Interessengemeinschaft bei der Stadtverordnetenversammlung eine Petition eingereicht, die in der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses Thema war. Die Anwohner, vertreten durch ihre Sprecherin Inge Ruß-Aigner, hatten sich vor einigen Jahren zusammengetan, um gegen den Bebauungsplan für das frühere Opelgelände zu protestieren.

Sie monieren nun, dass seit Jahren die Grenzwerte der Lärmbelastung und für Stickstoffdioxid im Bereich zwischen Gräfestraße und der Kreuzung Wilhelmshöher Allee überschritten würden. Insbesondere kritisieren sie die Zunahme von Reisebussen, die vom Busbahnhof am IC-Bahnhof Wilhelmshöhe über die Schönfelder Straße die Autobahn erreichten. Deswegen mache es Sinn, die Busse über die Kohlenstraße zu leiten und den Wehlheider Platz zu sperren.

Reisebusse

Der Abschnitt auf der Schönfelder Straße ist aus Sicht der Stadt unstrittig lärmintensiv - wie andere Straßenabschnitte an der Frankfurter Straße, Wilhelmshöher Allee und Ysenburgstraße aber auch. Deshalb waren sich die Ausschussmitglieder weitgehend darüber einig, dass ein Konzept für den gesamten Bereich der Stadt wünschenswert sei. Sollte der Bergpark Weltkulturerbe werden, so würden noch mehr Reisebusse die Wilhelmshöher Allee befahren. In diesem Punkt werde es Handlungsdruck geben, sagte Martin Engels von der CDU-Fraktion.

Verkehrsbeschränkende Maßnahmen würden lediglich zu einer Verlagerung des Verkehrs in andere Bereiche führen und seien aus Sicht der Stadt keine Lösung, sagte Stadtbaurat Dr. Joachim Lohse. Es könne nicht verhindert werden, dass die Reisebusse den Weg über die Schönfelder Straße nähmen, weil diese eine Landesstraße und dem öffentlichen Verkehr gewidmet sei. Zudem hätten die Jahresmittelwerte für Feinstaub in diesem Abschnitt unter dem Grenzwert gelegen und für Stickstoffdioxid nur geringfügig darüber.

Auf Grundlage der Bürgereingabe entwickelten die Fraktionen mehrere Beschlussvarianten. Am Ende fand ein Beschluss mit Änderungsanträgen von SPD, Grünen und Linken die Stimmenmehrheit. Darin wird der Magistrat unter anderem aufgefordert, Pläne zur Reduzierung der Verkehrsbelastung auf der Schönfelder Straße in Angriff zu nehmen und ein Konzept für die Führung des Schwerlastverkehrs in den westlichen Stadtteilen zu entwickeln. (bea)

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