Kosten für Ausbau drücken

Agaplesion Diakonie-Kliniken investieren über 100 Millionen Euro

+
In Schieflage: Die Agaplesion Diakonie-Kliniken im Vorderen Westen stehen unter wirtschaftlichem Druck. Im vergangenen Jahr hat das Krankenhaus erneut rote Zahlen geschrieben.

Kassel. Die Agaplesion Diakonie-Kliniken im Vorderen Westen stehen unter Druck. „Die wirtschaftliche Situation hat sich verschärft“, sagt Geschäftsführer Dr. Ulrich Vetter. Tariferhöhungen von vier bis fünf Prozent bei einer Erlössteigerung von einem Prozent –„das funktioniert nicht“.

Nachdem es 2011 wieder aufwärts ging, muste das Krankenhaus 2012 erneut Verluste hinnehmen. 2008, 2009 und 2010 schrieb es rote Zahlen. Vetter macht die schwierigen Bedingungen im Gesundheitswesen für die Situation verantwortlich.

Aktualisiert am 10.8. um 7.20 Uhr

Die Lohnerhöhungen könnten nicht völlig durch höhere Erlöse gegenfinanziert werden. Sie müssten durch Anpassungen bei den Sach- und Personalkosten aufgefangen werden. Durch die Trennung von der Stiftung Kurhessisches Diakonissenhaus seien die Mitarbeiterzahlen kurzfristig gesunken und dadurch, dass befristete Dienstverhältnisse ausgelaufen seien und frei gewordene Stellen nicht wiederbesetzt wurden. Aktuell beschäftigten die Agaplesion Diakonie-Kliniken laut Vetter 523 Vollzeitkräfte (2010: 481).

Der Klinikverbund leidet aber auch unter den hohen Investitionen für den Ausbau, der zum Teil vorfinanziert wird und über 100 Mio. Euro kostet. Derzeit müssen die Kliniken für den 25,9 Millionen Euro teuren zweiten Bauabschnitt 3,4 Millionen Euro aufbringen. Die Summe wird laut Vetter mithilfe der Gesellschafter finanziert. Man habe sich aber weder mit dem Kauf der Frauenklinik Dr. Koch noch mit dem zweiten Bauabschnitt an der Herkulesstraße übernommen. Bis der Ausbau beendet und die derzeit drei Standorte im Vorderen Westen 2016 zusammengeführt seien, erwarte man finanzielle Belastungen durch den Betrieb von drei Häusern. „Uns ist bewusst, dass wir einen langen Weg vor uns haben“, sagt Vetter. Mit Unterstützung der Gesellschafter und dem Engagement der Mitarbeiter werde man die wirtschaftlichen Herausforderungen meistern.

Frauenklinik geschaffen

Der Kauf der Koch-Klinik in Bettenhausen sei eine Investition in die Zukunft, sagt Vetter. Ohne sie sei die ehemalige Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe des Diakonissen-Krankenhauses nicht zukunftsfähig gewesen. Mit der Zusammenführung habe man eine reine Frauen- und Geburtsklinik geschaffen, in der auch vorgeburtliche Medizin angeboten werde.

Am Burgfeld-Krankenhaus sei ein Zentrum für Altersmedizin entstanden, das durch die geriatrische Tagesklinik im Diakonissen-Krankenhaus ergänzt werde. Vetter verweist zudem auf die Schmerzambulanz und die Konzentration der Abteilung Innere Medizin. Hierdurch sei im Diakonissen-Krankenhaus ein Notfallstandort entstanden, der seit Mai durch eine Brustschmerz-Einheit und eine Herzkatheter-Bereitschaft verfüge.

Von Ellen Schwaab

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.