Kosten für Beleuchtung in der Innenstadt

Kosten für Beleuchtung: Händler sind sauer auf Filialisten

Kassel. So zuverlässig wie die Weihnachtszeit kommt jedes Jahr der Frust bei jenen Kaufleuten, die für die festliche Beleuchtung der Innenstadt sorgen. Denn: Nicht alle Geschäfte beteiligen sich an den 75.000 Euro für Montage, Strom und Wartung.

Während einige Kaufleute per Umlageverfahren das Geld für den Lichterschmuck aufbringen, ernten sie bei vielen Handelsketten, die Filialen entlang der Königsstraße betreiben, nur Schulterzucken.

Gerhard Jochinger

„Es ist jedes Jahr das Gleiche“, ärgert sich Gerhard Jochinger über „die Pimkies und Bonitas dieser Welt“. Der Vorsitzende der City-Kaufleute spricht von „Trittbrettfahrern, die den Kopf in den Sand stecken“, obwohl sie in hohem Maße davon profitieren würden, dass andere für ein attraktives Einkaufsumfeld sorgen. Das sei „höchst unsolidarisch“.

Manche der Filialketten reagieren laut Jochinger gar nicht auf die Bitte, einen finanziellen Beitrag zu leisten. In anderen Fällen würden örtliche Geschäftsführer auf bundesweite Regelungen verweisen und betonen, dass sie keinen Entscheidungsspielraum hätten. Die ersten Absagen, die sich Jahr für Jahr gleichen, seien bereits eingetroffen.

Für die Festbeleuchtung, die seit dem 26. November in der Königsstraße strahlt, laufe derzeit noch die Geldsammlung unter gut 100 Anrainergeschäften. Doch Jochinger macht sich keine Illusionen, dass das Ergebnis anders ausfallen wird als in Vorjahren. Die Folge werde wiederum sein, dass die City-Kaufleute für die Beleuchtung Vereinsgeld nachschießen müssten, welches dann für Veranstaltungen in der City fehle. Was ebenso fehlt, ist nach Jochingers Meinung „eine rechtliche Handhabe, um die Verweigerer zu einer Beteiligung zwingen zu können“.

Thomas Ochmann

Auch Thomas Ochmann vom Vorstand der Kaufleute im Quartier Wilhelmsstraße hat kein Verständnis für die Ausreden großer Filialketten, wenn es um die Weihnachtsbeleuchtung geht. Dass es nun mal Konzernpolitik sei, solche Kosten nicht mitzutragen, mag sich der Inhaber von „Ochmann Schlafkultur“ nicht länger erzählen lassen. „Wenn solche Ketten eine Filiale in der City haben, zahlen sie nichts. Betreiben sie aber einen weiteren Laden im City-Point oder im Dez, dann geben sie dort Geld für den Weihnachtsschmuck, weil das so in den Mietverträgen steht“, sagt Ochmann: „Da kann doch von Einheitlichkeit keine Rede sein.“

Die Händlergemeinschaft an Wilhelmsstraße und Neuer Fahrt habe es ebenso mit „notorischen Nichtzahlern“ zu tun wie die City-Kaufleute – „allerdings in abgeschwächter Form“, sagt Ochmann. Von 93 Anrainergeschäften würden immerhin rund 85 Prozent bei der Festbeleuchtung im Quartier mitmachen. Es gebe noch relativ viele inhabergeführte Geschäfte, und Filialketten dort liefen oft im Franchisesystem, sodass die Betreiber auch etwas entscheiden könnten.

Wie auf der Königsstraße wird der anteilige Beleuchtungsbeitrag nach Länge der Schaufensterfront kalkuliert.

Von Axel Schwarz

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