Hygiene-Ampel: Nur fünf Kontrolleure für Stadt und Kreis

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Entwurf für die Hygiene-Ampel: Zunächst sollen die Ampeln für Gaststätten eingeführt werden. Danach sollen Bäcker, Fleischer, Lebensmittelhändler, Großküchen und Wochenmärkte folgen.

Kassel. Verbraucher sollen künftig erfahren, wie genau es ein Wirt mit der Sauberkeit in der Küche und den Lagerräumen nimmt. Die Verbraucherschutzminister der Bundesländer haben beschlossen, dass ab Januar 2012 die ersten „Hygiene-Ampeln“ an Gaststätten hängen sollen.

Ein Vorstoß, der die Veterinärämter in Stadt und Landkreis vor neue Aufgaben stellen wird. Denn das Kontrollbarometer soll die letzten drei amtlichen Prüfungen zusammenfassen.

„Diese Möglichkeit der Transparenz bewerten wir positiv“, sagt Kreissprecher Harald Kühlborn. Allerdings gebe es noch keine Umsetzungsvorschriften. So lasse sich schlecht einschätzen, ob man mit dem vorhandenen Personal von fünf Lebensmittelkontrolleuren auskommen werde.

Zusätzliche Arbeit könnte unter Umständen auf die Lebensmittelkontrolleure und Hygienfachleute zukommen, wenn ein Betrieb zunächst negativ bewertet wurde, daraufhin nachbessert und dann kurzfristig eine erneute Kontrolle wünscht, um wieder in den grünen Bereich zu rutschen.

Denn im dänischen Modell, das Vorbild für die Hygiene-Ampel ist, hat jeder Betrieb, der nicht die beste Bewertung erhält, Anspruch auf eine erneute Überprüfung innerhalb von sechs Monaten. Wirte, die eine schnellere Bewertung wünschen, müssen die Kosten hierfür selbst tragen. Wie die deutsche Regelung aussehen wird, ist noch nicht bekannt. In jedem Fall dürfe diese nicht zu neu entstehenden Kosten bei den Kommunen führen, mahnt der Sprecher der Stadt Kassel Hans-Jürgen Schweinsberg.

Zurzeit werden Gastronimiebetriebe in Stadt und Landkreis mindestens einmal im Jahr unangekündigt kontrolliert. Kühlborn: „Wo etwas gefunden wird, gucken wir noch stärker hin.“ Bei den Restaurants gebe es aber nur wenige Ausreißer. Und wenn Probleme sichtbar würden, könne sich ja auch etwas ändern.

„Wir haben nichts zu verbergen“, sagt der Vorsitzende des Bezirksverbands Nord- und Osthessen des Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) Gerhard Boucsein. Der hessische Verband habe sich entschieden, die Hygiene-Ampel nicht abzulehnen, doch fürchte man eine Wettbewerbsverzerrung zu anderen Lebensmittelbranchen. „Wir sind erstaunt darüber, dass man sich als erstes immer wieder die Gastronomen herauspickt“, sagt Boucsein. Schließlich sei der hygienische Standard der Betriebe hoch. Er gehe davon aus, dass 99 Prozent der Betriebe in Ordnung seien. Es werde ja bereits regelmäßig kontrolliert. Allerdings seien diese Kontrollen immer nur eine Momentaufnahme, gibt er weiter zu bedenken.

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