Schlechte Prognose trotz Sparziel

Kostenexplosion: Energiepreise verdoppeln sich in Kassel bis 2030

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Kassel. Selbst wenn es den Kasselern gelingt, bis 2030 den Energieverbrauch deutlich zu senken, werden sie für Strom und Heizung deutlich mehr bezahlen müssen. Bleibt der Energieverbrauch bis dahin konstant, wird es umso teurer. Das prognostiziert das Klimaschutzkonzept, das von der Stadt Kassel beauftragt wurde.

Nach Berechnungen der Fachleute werden die Ausgaben der Privathaushalte und Firmen für Wärme und Strom – je nach Einsparerfolg – in den nächsten 15 Jahren um 150 bis 200 Prozent steigen. Für einen Zwei-Personenhaushalt mit durchschnittlichem Strom- und Gasverbrauch würde dies Folgendes bedeuten: Bislang zahlt ein solcher Haushalt nach Zahlen der Städtischen Werke etwa 770 Euro jährlich für Strom und noch einmal etwa 1400 Euro für Gas. Bis 2030 müsste dieser Haushalt, selbst wenn er die im Klimaschutzkonzept vorgeschlagenen Maßnahmen alle umsetzt, mindestens 1900 Euro für Strom und 3600 Euro für Gas bezahlen.

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Auf HNA-Nachfrage bei der Stadt heißt es, dass das bei der Klima und Energieeffizienz Agentur (KEEA) beauftragte Konzept auf soliden Zahlen basiere. Wegen der zu erwartenden Kostensteigerung sei es umso wichtiger, die Energieeffizienz zu erhöhen, sagte der zuständige Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne). Klimaschutz sei aber nicht nur eine Kostenfrage. Ziel der Stadt sei es, die CO2-Emissionen der Stadt bis 2030 im Vergleich zu 1990 um 20 Prozent zu senken. Um die Umsetzung des Vorhabens sollen sich ein neuer Sanierungs- und ein Klimaschutzmanager kümmern, die Einwohner bei der Sanierung ihrer Häuser beraten und den städtischen Verbrauch senken sollen.

Die Städtischen Werke wollen die im Klimaschutzkonzept prognostizierte Preisexplosion nicht bestätigen. Wegen der Energiewende sei es schwer vorherzusehen, wie sich die Kosten entwickeln, sagte Werke-Sprecher Ingo Pijanka.

Von Bastian Ludwig

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