An der Mönchebergstraße sind die Abstriche möglich

Kostenlose Coronatests gibt’s in Kassel mit viel Geduld

Corona-Testzentrum der Kassenärztlichen Vereinigung
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Laut Bundesregierung darf sich jeder einmal pro Woche kostenlos auf Corona testen lassen. Bisher ist das in Kassel im Corona-Testzentrum der Kassenärztlichen Vereinigung möglich. Die Stadt hat angekündigt, dass es bald Tests an mehr als einem Dutzend Orten geben soll. Noch gibt es aber keine genaueren Infos.

Noch hat die Stadt Kassel keine Orte für kostenlose Coronatests bekannt gegeben. Möglich sind diese laut Land Hessen aber im Corona-Testzentrum auf dem Gelände des Klinikums. Ein Selbstversuch.

Kassel – Nasenabstrich links, Nasenabstrich rechts, 15 Minuten später das Ergebnis. Seit Montag vor einer Woche kann sich jeder einmal in der Woche kostenlos auf Covid-19 testen lassen – per Schnelltest. Das Drumherum ist bislang alles andere als schnell – diese Erfahrung machten wir zumindest beim gestrigen Selbstversuch am Testzentrum der Kassenärztlichen Vereinigung.

Es ist elf Uhr. Vor dem Testzentrum hinter dem Besucherparkhaus an der Mönchebergstraße hat sich bereits eine lange Schlange gebildet. Erwachsene, Jugendliche und Familien mit Kindern warten. Daneben reihen sich teils voll besetzte Autos. In beiden Schlangen Personen mit Symptomen, ohne Symptome, solche mit Bescheinigung des Gesundheitsamts und andere, die freiwillig zum kostenlosen Schnelltest gekommen sind – so wie ich unangemeldet, nur mit der Versichertenkarte.

Um 11.40 Uhr stehen hinter mir so viele Menschen an, wie anfangs vor mir standen. Ein überdachter Fahrradständer dient als Schutz vor dem Regen. Leicht durchgefroren bin ich dankbar, dass es vorangeht.

Was sich allerdings schnell ändern kann. Denn die beiden Männer, die Frau und eine Familie mit vier Kindern, die gerade noch hinter mir standen, haben Symptome oder eine Bescheinigung vom Gesundheitsamt. Eine Mitarbeiterin in Schutzkleidung winkt sie nach vorn zu sich. Jetzt bin ich fast wieder die letzte Person in der Schlange. Wäre es kein Selbstversuch, könnte das der Moment sein, in dem ich auf den kostenlosen Test verzichte.

So bleibe ich stehen, frage mich aber, ob es sinnvoll ist, derart zu priorisieren. Sollte man nicht lieber bestärken, die sich freiwillig im Sinne der Allgemeinheit auf Covid-19 testen lassen? Außerdem fühle ich mich in der Reihe mit hustenden und niesenden Wartenden unwohl. Ich rufe mir in Erinnerung, dass auch mein Test positiv ausfallen könnte, denn nicht jeder Infizierte hat ja auch Symptome.

Es ist 12.15 Uhr, die Sonne zeigt sich. Nachdem ich Zeugin unzähliger Nasen-Rachen-Abstriche durch Autofenster geworden bin, bin ich an der Reihe. „Achso, nur ein Nasenabstrich?“, frage ich, hatte ich mich schon auf den Nasen-Rachen-Abstrich eingestellt, den ich bislang für 40 Euro beim Hausarzt habe machen lassen. Den bekomme hier nur, wer vom Gesundheitsamt geschickt wurde, heißt es. Und ja, es seien schon viele Menschen für die kostenlosen Tests gekommen.

Wer sich im Testzentrum testen lassen möchte, sollte also auf jeden Fall Zeit mitbringen. Diesen Hinweis gibt es auch auf der Internetseite des Hessischen Sozialministeriums, das die Orte für kostenlose Tests veröffentlicht. Nach meiner Erfahrung kommt mir der Zusatz „Wartezeit mitbringen“ vor wie ein Gedulds-Puffer wegen schlechter Organisation. Ob ich mich noch einmal freiwillig in die Schlange des Testzentrums stelle? Negativ. So fiel übrigens auch mein Ergebnis aus. Immerhin. (Anna Lischper)

Tests auch in einer Kasseler Apotheke

Auf der Internetseite des Hessischen Sozialministeriums wird eine Übersicht der Corona-Teststellen geführt. Dort sind für Kassel neben dem Testzentrum der Kassenärztlichen Vereinigung bislang die Da Vinci Apotheke und die Post-Apotheke, Friedrich-Ebert-Straße 27, aufgeführt. In der Post-Apotheke testen seit gestern Mitarbeiter per Nasen-Rachen-Abstrich. Bei der Da Vinci Apotheke handelt es sich um eine Fehlinformation.

Termine kann man eine Woche im Voraus über die Internetseite buchen. Das Ergebnis kommt per E-Mail. „Wir tun, was wir können. Wenn die Termine weg sind, sind sie weg“, sagt Inhaber Stephan Parzefall, der nach der Allgemeinverfügung von Land Hessen selbst die Initiative ergriffen hat, um kostenlose Tests anzubieten. „Es ist der beste Dienst, den man machen kann, um die Pandemie in Schach zu halten und die Infektionszahlen runterzukriegen.“

Dass neben der Post-Apotheke auch die Da-Vinci-Apotheke kostenlose Schnelltests anbietet, ist eine falsche Information. „Wir wollten frühestens ab Montag starten“, sagt Inhaberin Susanne Hunold. Dass ihre Apotheke bereits auf der Liste des Sozialministeriums steht, sei wohl ein Versehen, das bei der Anmeldung passiert sei. „Ich konnte gar nicht so schnell gucken, da stand unsere Apotheke auf der Liste. einige Zeit später kamen die ersten Anrufe.“ In Hunolds Apotheke werden bereits Kunden kostenpflichtig getestet, die kostenlosen Tests gi bt es dann voraussichtlich ab Montag, Termine sollen langfristig online vergeben werden. Wie viele Tests man am Tag schaffe, könne sie noch nicht abschätzen.

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