Zum Lungentag informierten Mediziner und Selbsthilfegruppen in der Kurfürstengalerie

Lungentag: Kräftig pusten für die Gesundheit

Nach den Lungentests gab’s Autogramme: Die Huskies-Spieler Jirˇi Mikesz, Alexander Engel, Niels Hilgenberg und Alexander Heinrich (von links) mit Michael Laue von der Lungenfachklinik Immenhausen. Fotos:  Schoelzchen

Kassel. Eine Versteigerung? Eine Ruderregatta? Bei dem anfeuernden Wort-Stakkato, das am Samstag durch die Kurfürstengalerie dröhnte, fühlte sich Huskies-Sprecher Alex Wessel „fast wie im Kreißsaal“ damals bei der Geburt seiner Tochter.

„Ziehen, ziehen ziehen – und raus, raus, raus“ trieben Jennifer Meier und Michaela Laue die Besucher an, die sich an ihrem Stand zu einem Lungenfunktionstest eingereiht hatten. Auf Kommando pusteten sie in das Mundstück eines Messgerätes, was die Lungenflügel hergaben.

Dies war nur eins von vielen Test- und Informationsangeboten, die Mediziner und Selbsthilfegruppen anlässlich des 14. Deutschen Lungentages in der Einkaufsgalerie aufgeboten hatten. Viele Teilnehmer nahmen das Angebot wahr, sich das ausgedruckte Testergebnis von Fachärzten interpretieren zu lassen.

„Ihre Werte sind supergut“, sagte Dr. Harald Friedrich von der Lungenfachklinik Immenhausen zu Nermina Varajic, die in allen Testkategorien das Soll zu über 120 Prozent erfüllt hatte. Das mochte die Besucherin gar nicht recht glauben, denn: „Ich rauche seit 15 Jahren.“ Das sei zwar ein hoher Risikofaktor, entgegnete Friedrich, aber nicht die einzige Ursache für Lungenleiden: „Nicht jeder Raucher hat eine schlechte Lunge, manche können ohne Beschwerden 90 Jahre alt werden.“

Andere wiederum hätten gar keinen Verdacht, dass ihre Lungenleistung schlecht sein könnte. Auch das sei riskant, so Friedrich: „Die schieben das auf ihr Alter oder ihr Gewicht, der Körper passt sich der eingeschränkten Atmung an, und die Leistungsfähigkeit geht immer weiter in den Keller.“ Gerade auch in solchen Fällen wolle das Angebot des Lungentages zur Aufklärung beitragen.

Von Lungenschädigungen betroffen sein kann auch, wer berufsbedingt mit freigesetzten Asbestfasern zu tun hatte. Die Asbestose-Selbsthilfe informierte darüber, wie sie für ihre Mitglieder dafür kämpft, solche teils Jahrzente zurückliegenden Vorfälle als Ursache einer Berufskrankheit anerkennen zu lassen.

Bei der Selbsthilfegruppe für Sauerstoff-Langzeit-Therapie musste man sich nur einen kleinen Messclip auf den Finger stecken, um zu erfahren, ob der Sauerstoffhaushalt in Lunge und Herz funktioniert: Infrarotlicht drang durch kleinste Blutgefäße und leuchtete aus, wie rot – also wie sauerstoffgesättigt – die roten Blutkörperchen sind.

Ergänzt wurde das Angebot der zahlreichen Informationsstände durch ein Vortragsprogramm, bei dem sich vor allem Asthma-Patienten und solche mit chronisch-obstruktiver Bronchitis oder Lungenemphysem guten Rat holen konnten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.