Kraftakt am Herkules: Sieben Tonnen schwere Stahlkonstruktion installiert

Millimeterarbeit: Kurt Sprenger von der Gudensberger Dachdeckerfirma Koch, Heinz Wirdl und Jürgen Stork (von links) halfen mit, die schwere Stahlkonstruktion auf der Besucherplattform in Position zu bringen. Fotos: Koch

Kassel. Maßarbeit am Herkules: Am Dienstag wurde die Stahlkonstruktion für den neuen Pavillon auf die Besucherplattform gehievt. Eine Nervenprobe für Bauleiter Heinz Wirdl vom Hessischen Baumanagement und den Chef der Stahlbaufirma Mantel, Heinz Mantel, aus Bad Karlshafen.

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Ein letzter kritischer Blick, bevor der Kran die Stahlkonstruktion anhebt. „Der Pavillon zittert“, sagt Wirdl. „Schwingung können wir nicht gebrauchen, sonst wird das Bauwerk beschädigt.“ Kurze Zeit später schaukelt der Pavillon über dem Treppenausgang auf der Besucherplattform. Axel Steinbrecher von der Stahlbaufirma Mantel hält über Funk Kontakt mit dem Kranführer. „Wir müssen auf die Mauer und das Geländer aufpassen“, ruft Wirdl. „Das Ding, das schwankt so.“

Vier Männer bugsieren den Pavillon in Position. Dann gibt Steinbrecher das letzte Kommando: „Seil ablassen!“ Und der sechs mal sechs Meter große Würfel senkt sich langsam herab. Der Pavillon steht.

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„Die Aktion ist gelungen“, sagt Wirdl erleichtert. Die Anspannung währte nicht lange. Der Spezialkran hatte die sieben Tonnen schwere Last, die wie eine Feder an dem 60 Meter langen Mast in der Luft schwebte, in wenigen Minuten sicher in Position gehoben. Aber anders als ursprünglich geplant ohne die Glasscheiben: Das wäre zu riskant gewesen. Die schweren Scheiben aus Sicherheitsglas - eine einzige wiegt 300 Kilogramm - werden nun an Ort und Stelle von Hand eingesetzt und das Dach aufgesetzt. Die drei Meter hohe Stahl-Glas-Konstruktion ersetzt den alten Pavillon, der vom Rost zerfressen war.

Die Arbeiten an der Pyramide nähern sich ebenfalls dem Ende entgegen. Die neue Spindeltreppe ist eingebaut. Nun müssen lediglich noch einige Abdeckungen aus Kupferblech angebracht und letzte Fenster eingesetzt werden. Auch der Fußboden fehlt noch. Dafür sollen Platten aus Kunststoff verwendet werden, die fester als Naturstein sind. Wirdl hofft, dass sie auch an der Fassade eingesetzt werden können. Pavillon, Jussow-Treppe und Pyramide sollen am 4. September eingeweiht werden. „Wir hoffen, dass wir alles hinkriegen“, sagt der Bauleiter angesichts des engen Zeitplans. Zum Glück sei man aber nicht mehr vom Wetter abhängig. Wenn alles klappt, können Besucher dann bis zum Beginn der Winterpause die Stufen hinaufsteigen und den Ausblick genießen.

„Die Kasseler werden es lieben“, sagt Dr. Gisela Bungarten, stellvertretende Leiterin der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) über die grandiose Sicht auf Kassel und den Habichtswald.

Fotos: Sanierungen am Herkules von den 50er-Jahren bis heute

Sanierungen am Herkules von den 50er-Jahren bis heute

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