Baukran erleichtert Materialtransport

Sanierung unterhalb des Herkules: Kran fürs Grottengewölbe

Kassel. Er ist knallgelb und nicht gerade schön – dafür aber unverzichtbar. Ein etwa 20 Meter hoher mobiler Baukran wurde gestern mit einem 220-Tonnen-Autokran in das Brunnenbecken vor der großen Vexierwassergrotte unterhalb des Herkules-Oktogons gehoben.

Damit kann nun auch die Sanierung des Grottengewölbes Fahrt aufnehmen. Mindestens ein Jahr – wahrscheinlich aber zwei Jahre – wird der Kran dort stehen.

Wie das Oktogon ist auch die Wassergrotte seit Langem eingerüstet. Arbeiter prüfen die Qualität des alten Gewölbes und beseitigen mit Pressluftmeißeln bereits marodes Fugenmaterial. „Auch hier wird wohl so mancher Tuffstein ausgetauscht werden müssen“, sagt Projektleiter Jörg Weniger vom Hessischen Baumanagement.

Um die Baustelle am Fuße des Herkules ohne Aufwand mit Material zu versorgen, sei jetzt der Baukran aufgestellt worden. Sein 25 Meter langer Ausleger kann immerhin Steine mit einem Gewicht von 1,5 Tonnen tragen.

Ankerstangen fürs Gemäuer

„Wir wollen die Vexierwassergrotte bis Ende des Jahres fertigbekommen“, sagt Weniger. Nicht nur Fugen und kaputte Tuffsteine müssten ausgetauscht werden. Auch die statische Stabilisierung des Gemäuers mithilfe von Ankerstangen – sie werden bis in den Fels getrieben – stehe auf dem Programm.

Der Grund: Das darüberliegende Bauwerk droht allein durch sein Gewicht das Grottengemäuer darunter auseinanderzudrücken. „Solche Baustellen sorgen immer wieder für Überraschungen“, sagt Weniger. „Es kann sein, dass noch deutlich mehr Reparaturbedarf zutage tritt, als sich jetzt zeigt.“

Ist die Vexierwassergrotte Ende 2012 fertig, werde in einem zweiten Bauabschnitt zunächst das System aus Bassins, Plattformen und Stufen – auch kleine Kaskaden genannt – rechts der Grotte in Angriff genommen. Zum Abschluss ist dann die linke Seite dran. Auch dort geht Jörg Weniger von einer etwa einjährigen Bauzeit aus, sodass Vexierwassergrotte, Plattformen und Stufen gegen Ende 2013 fertig sein dürften.

Maroder Tuffstein

Bekanntlich wird seit Frühjahrsbeginn am Oktogon wieder mit Hochdruck gearbeitet. Größtes Problem ist auch dort der Tuffstein, der zwar leicht zu bearbeiten, dafür aber nicht besonders wetterfest ist. Schwierigkeiten macht die Frosterosion: Das poröse Tuffgestein saugt an der Oberfläche Regenwasser auf, bis die feuchten Randbereiche bei Frost schichtweise abplatzen.

Insgesamt sind für den Herkules beim Land Hessen knapp 30 Millionen Euro veranschlagt. Nach Einschätzung des Hessischen Baumanagements wird die Wasserspiel-Saison, die am 1. Mai beginnt, durch die Bauarbeiten nicht beeinträchtigt. Besucher können allerdings nur die Nord-Treppe entlang der Kaskaden rauf zum Herkules nutzen, die Süd-Treppe ist gesperrt.

Trotz der Bauarbeiten sind Besucherplattform und Pyramide des Herkules geöffnet: dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr. Eintritt: 3 Euro. Das Kombi-Ticket der KVG berechtigt zum freien Eintritt.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.