Viele Bewerbungen am Christlichen Bildungsinstitut für Gesundheitsberufe

Großes Interesse an Jobs im Pflegebereich - Sie wurde Krankenschwester wegen der Mama

In ihrem früheren Klassenraum: Gesundheits- und Krankenpflegerin Stefanie Köhler mit Peter Wieddekind (links) und Markus Schimmelpfennig vom CBG-Förderverein.
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In ihrem früheren Klassenraum: Gesundheits- und Krankenpflegerin Stefanie Köhler mit Peter Wieddekind (links) und Markus Schimmelpfennig vom CBG-Förderverein.

Das Christliche Bildungsinstitut für Gesundheitsberufe in Kassel kann sich nicht beklagen. Die Klassen sind seit Jahren voll. Stefanie Köhler aus Kassel ist bereits Krankenschwester - und erinnert sich gern an ihre Ausbildung.

Von wegen Fachkräftemangel. Und von wegen, niemand wolle mehr in der Pflege arbeiten. Am Christlichen Bildungsinstitut für Gesundheitsberufe (CBG) sind die Klassen seit Jahren voll. 250 Schüler. An dem Interesse hat Corona nichts geändert. Alle Azubi-Plätze seien besetzt, sagt Schulleiterin Elisabeth Soose. Es gebe gute Bewerberzahlen. Und: „Die Menschen sind sensibler geworden. Sie suchen nach sinnvollen Berufen.“ Das merke sie anhand der Vorstellungsgespräche.

Eine ihrer Absolventinnen heißt Stefanie Köhler. Sie darf sich seit zwei Jahren Gesundheits- und Krankenpflegerin nennen, wie es offiziell heißt. Der Grund für ihre Berufswahl liegt in der Familie: „Meine Mama ist Krankenschwester. Sie ist mein Vorbild. Etwas anderes kam für mich nie infrage“, sagt die 23-Jährige. Und sie habe es nicht bereut, damals die Ausbildung in den Diakonie-Kliniken begonnen zu haben.

Was die Kasselerin antreibt, sei die Möglichkeit, anderen zu helfen. Durch die Arbeit erfahre sie Dankbarkeit und Wertschätzung. „Ich wurde sogar von einigen gelobt, dass es überhaupt jemanden gebe, der diesen Job macht.“ An die Ausbildung denkt Stefanie Köhler gern zurück. Entgegen aller Vorurteile hat sie in der Zeit „nicht schlecht“ verdient. Bis knapp 1000 Euro habe sie rausgehabt. Den Ablauf organisierte das CBG – die Theorieeinheiten im Institut an der Mündener Straße in Bettenhausen und die praktische Ausbildung am Diako.

Köhler hat aus der Zeit viel mitgenommen. Fachlich, na klar. Ganz neue Bereiche und Stationen habe sie kennengelernt. Kardiologie, Gynäkologie, Gastroenterologie und, und, und. Hinzu kamen menschliche Erfahrungen. „Mir wurde noch einmal deutlich, dass nichts so viel zählt wie Gesundheit und Familie.“ Und weil sie zu den Besten ihres Jahrgangs gehörte, erhielt sie das Angebot, einen Monat im Ausland zu arbeiten – in Linz in Österreich.

Ermöglicht hat das Ganze der Förderverein des CBG. „Unser Ziel ist es, jungen Menschen eine attraktive Ausbildung zu ermöglichen“, erklärt Peter Wieddekind vom Vorstand des Fördervereins. Zu dem gehört auch Markus Schimmelpfennig, der mehr als 35 Jahre für das Kasseler Gesundheitsamt tätig war. Er freue sich, dass er als „alter Hase“ bei der Ausbildung mitwirken dürfe. Und er freue sich, dass es junge Menschen gibt, die sich für diesen Beruf entscheiden.

Für Schimmelpfennig ist es wichtig, die Sinnhaftigkeit dieser Tätigkeit zu vermitteln. Sie sei erfüllend. Ein Job mit Zukunft. Schimmelpfennig sagt: „Wer den Beruf ausübt, kann abends mit einem guten Gefühl ins Bett gehen.“

Während ihres Examens und noch danach hatte Köhler allerdings Schlafstörungen, wie sie berichtet. Die Prüfungen seien „heftig“ gewesen. Aber das Lernen hat sich gelohnt.

Direkt im Anschluss bekam sie eine Stelle in der Psychiatrie der Vitos Orthopädischen Klinik in Bad Wilhelmshöhe. Unbefristet. Inzwischen hat sie ein Fernstudium in Gesundheitspsychologie begonnen, parallel zur Arbeit. Stefanie Köhler hat noch viel vor. Das freut ganz sicher auch die Mama. Von Robin Lipke

Christliches Bildungsinstitut und Förderverein: Das Christliche Bildungsinstitut für Gesundheitsberufe (CBG) ist eine staatlich anerkannte Krankenpflegeschule für die Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege. Gesellschafter der gemeinnützigen GmbH sind die Agaplesion Diakonie Kliniken Kassel, die DRK-Kliniken Nordhessen und das Kasseler Marienkrankenhaus. Der Förderverein am CBG wurde 2007 als gemeinnütziger Verein gegründet mit dem Ziel, die Bildungsarbeit zu fördern. Zum Beispiel: Schüleraustausch mit der Krankenpflegeschule in Linz (Österreich), Studienfahrten, Vortragsveranstaltungen, Gottesdienste mit Feiern zum Ausbildungsstart und zum Examen, Stärkung der Beziehungen zwischen Pflegekräften und Auszubildenden außerhalb des Krankenhauses. Mehr zum CBG unter cbg-net.de. Kontakt Förderverein: Tel. 0561/31676-0; oder E-Mail: foerderverein@cbg-net.de

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