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Krankenstand beutelt Kliniken in Kassel: Infektionen sorgen für personelle Engpässe und volle Praxen

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Von: Anna-Laura Weyh

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20.03.2020, USA, Miami: Ein Mitarbeiter des Gesundheitswesens bereitet sich darauf vor, auf einem Drive-Through-Labor im Doris Ison Health Center eine Probe für den Coronavirus-Test zu sammeln. Foto: Wilfredo Lee/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Symbolfoto © Wilfredo Lee/dpa

Der Krankenstand in Stadt und Landkreis Kassel ist hoch. Ärzte und Apotheker haben viel zu tun, in den Kliniken fallen viele Mitarbeiter aus.

Kassel – Der Krankenstand in Stadt und Landkreis Kassel ist hoch. Viele Menschen sind von einer Corona-Infektion betroffen, aber auch andere Erkrankungen wie die Sommergrippe gehen um. Ärzte und Apotheker sprechen von einem regelrechten Patienten-Ansturm auf die Praxen. Indes steige auch die Zahl der stationären Corona-Fälle in den Krankenhäusern. Diese sei aber in Hinblick auf die hohe Inzidenz in Kassel noch überschaubar, heißt es vonseiten des Klinikums.

Kritisch wirkt sich der Krankenstand aber auf die eigene Personalsituation des Klinikums aus. „Üblicherweise haben wir in den Sommermonaten eine Krankenrate von sechs bis sieben Prozent, in diesem Jahr sind es bereits über zehn Prozent“, sagt Pressesprecherin Nina McDonagh. An manchen Tagen fallen sogar bis zu 13 Prozent der Mitarbeiter aus.

Zur Spitze der Omikronwelle im April habe das Klinikum zwar schon einmal ähnlich hohe Krankenstände verzeichnet. „Jetzt kommt allerdings die Urlaubszeit erschwerend hinzu“, sagt McDonagh. Auch im Marienkrankenhaus in Kassel ist die Lage angespannt, sagt Geschäftsführer Michael Schmidt. „Wir haben aktuell erhebliche Personalausfälle, die leider auch Bettensperrungen notwendig machen.“

Kassels Mediziner vermuten einen Zusammenhang zwischen den aktuell häufig auftretenden Atemwegserkrankungen und dem Wegfall der Maskenpflicht. „Wir haben eine infektarme Zeit hinter uns, das Immunsystem braucht jetzt wieder Training“, sagt Uwe Popert, stellvertretender Vorstand des Hausärzteverbands Kassel. So viele Krankmeldungen wie in den vergangenen Wochen stellen die Ärzte nach eigener Aussage sonst nur in den Wintermonaten aus.

Maskenpflicht in Bus und Bahn verlängert

Die Maskenpflicht im Öffentlichen Nahverkehr in Hessen bleibt vorerst bestehen. Die Landesregierung hat die aktuellen Corona-Regeln verlängert – sie gelten nun bis 15. August. Fahrgäste müssen demnach eine medizinische Maske in Fahrzeugen des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs tragen, dazu zählen OP-Masken, FFP2-Masken oder Vergleichbares ohne Ausatemventil. 

Das Gesundheitsamt Region Kassel spricht von einem hohen Infektionsgeschehen, das weiterhin nicht die tatsächliche Lage abbilde. „Die Dunkelziffer ist sicherlich hoch“, sagt ein Sprecher. Im Herbst sei mit einem weiteren Anstieg der Corona-Fälle zu rechnen. „Wenn man den Verlauf der Wellen analysiert, können wir hoffen, dass schwere Krankheitsverläufe immer weniger werden“, sagt Nina McDonagh, Pressesprecherin des Klinikums.

Schon jetzt sei ein deutlicher Rückgang bei der Zahl der Corona-Intensivpatienten zu beobachten. Sorge bereite dem Gesundheitswesen weiterhin der enorme Personalausfall, der sich im Herbst voraussichtlich noch verschärfen werde. „Es bleibt zu hoffen, dass bis zum September ein Varianten-Impfstoff zur Verfügung steht“, so McDonagh.

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