Altes Polizeipräsidium: MHK will sich jetzt um Außenanlage kümmern

Kranz für Opfer des Nationalsozialismus gammelt vor sich hin

+
Vergessen: Ende Januar wurde der Kranz an der Gedenktafel niedergelegt. Seit mindestens vier Wochen ist er vergammelt.

Kassel. Vor knapp zwei Monaten legten Vertreter der Stadt, der Polizei, der Bundeswehr und der jüdischen Gemeinde anlässlich des Holocaust-Gedenktages einen Kranz am früheren Polizeipräsidium am Königstor nieder.

Mit dieser Geste sollte an die Opfer des Nationalsozialismus gedacht werden. Der Kranz wurde unter die Gedenktafel an der Ecke Weigelstraße gelegt, die an die Geschichte des Gebäudes als Sitz der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) im Dritten Reich erinnert.

Seit dem 27. Januar sind fast acht Wochen vergangen. Seit mindestens vier Wochen sind die Blumen am Kranz verwelkt und gammeln vor sich hin. Von einer würdevollen Erinnerung an der Gedenktafel kann keine Rede mehr sein. Es ist nicht das erste Mal, dass die Außenanlage des ehemaligen Polizeipräsidiums durch ihren ungepflegten Zustand auffällt.

Im Frühjahr vergangenen Jahres war bei einem Sturm ein Fliederbusch an der Gedenktafel entwurzelt worden. Monatelang lag der abgeknickte Baum am alten Präsidium, niemand kümmerte sich darum.

Die Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK), die das alte Polizeipräsidium als Interimsquartier nutzt, werde sich jetzt um die Entsorgung des Kranzes kümmern, sagte Dr. Gisela Bungarten, stellvertretende MHK-Leiterin, am Donnerstag auf Anfrage der HNA. Man habe den Kranz nicht zu früh von der Gedenktafel entfernen wollen, um nicht pietätlos zu erscheinen.

Kosten dritteln

Zudem werde der Parkplatz neben dem Polizeipräsidium im Frühjahr auf Vordermann gebracht. Das Unkraut, das im Vorjahr meterweit in die Höhe wucherte, werde entfernt und die Löcher zugemacht. Der nicht öffentliche Parkplatz werde von Mitarbeitern des Finanzgerichts und der Polizei genutzt, mit denen ein Gestattungsvertrag abgeschlossen worden sei, sagt Bungarten. Die MHK ermittele derzeit die Kosten für die Pflege des Parkplatzes. Die sollen künftig vom Finanzgericht, der Polizei und MHK gemeinsam getragen werden. Das wird die Anwohner freuen. Das Areal an dem denkmalgeschützten Gebäude wird auch als größtes Hundeklo der Innenstadt bezeichnet. (use)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.