Die Sanierung des Wasserbehälters im Tannenwäldchen soll im Frühjahr beginnen

Kratzenberg wird Baustelle

In die Jahre gekommen: Der Hochbehälter Kratzenberg muss saniert werden. Im Hintergrund ist der Mobilfunkmast im Tannenwäldchen zu sehen. Foto: Malmus

Vorderer Westen. Im Frühjahr rücken die Baumaschinen im Tannenwäldchen an: Der über 100 Jahre alte Trinkwasserbehälter auf dem Kratzenberg wird saniert. Gearbeitet werden soll bei laufendem Betrieb. Die Bauzeit beträgt anderthalb Jahre.

Die drei Kammern des Hochbehälters sind nach Angaben der Städtischen Werke beschädigt, die Decken sanierungsbedürftig, die Statik der Anlage ist mangelhaft. Im Zuge der schrittweisen Sanierung wird die Anzahl der Kammern von drei auf zwei reduziert.

Statt 7500 wird der Hochbehälter künftig nur noch 5000 Kubikmeter Wasser fassen. Diese Menge reicht laut Werke-Sprecher Ingo Pijanka aus. Seit den 1970er-Jahren sei der Wasserverbrauch von 170 Liter pro Person und Tag auf aktuell 123 Liter gefallen. „Und der Verbrauch sinkt weiter.“

4,5 Millionen Euro

Den ursprünglich geplanten Neubau hatten die Städtischen Werke, wie es damals hieß, aus Kostengründen wieder verworfen. Der neue Hochbehälter, der bis 2013 neben dem alten auf dem Plateau entstehen sollte, hätte vier Millionen Euro gekostet. Die Sanierung ist nun mit 4,5 Mio. Euro veranschlagt und damit sogar noch teurer. Das hängt offenbar mit Auflagen der Stadt zum Schutz des Naturdenkmals zusammen.

Anwohner befürchteten, das Tannenwäldchen werde in Teilen abgeholzt. Die Grünanlage ist beliebt. Während der Bauarbeiten müssen sich Anwohner auf Behinderungen durch Baustellenfahrzeuge einstellen. Das gilt nach Angaben von Ortsvorsteher Wolfgang Rudolph (SPD) vor allem für die Bewohner der Dingelstedtstraße, über die der Baustellenverkehr abgewickelt wird. Die Sackgasse werde zu diesem Zweck aufgehoben, die weitere Erschließung erfolge über Rothenditmold und die Eisenbahnbrücke.

Sorgen bereitet dem Ortsvorsteher die in der Dingelstedtstraße ansässige Kita der Friedenskirche. Die Einrichtung müsse mit Zäunen geschützt werden, um zu verhindern, dass Kinder unverhofft auf die Straße laufen. Die Einfahrt zum Tannenwäldchen müsse zum Schutz von Fußgängern ebenfalls abgesichert werden. Spaziergänger sollen die Grünanlage aber weiterhin nutzen und auch um die Baustelle gehen können. Es stehe außer Frage, dass der Hochbehälter auf dem Plateau für die Trinkwasserversorgung der Kasseler Bevölkerung notwendig sei, sagt Rudolph. Nun gehe es darum, die Sanierungszeit für die Anwohner so verträglich wie möglich zu gestalten.

Ursprünglich sollte der Baustellenverkehr durch die Kölnische Straße geführt werden. Diese Pläne sind vom Tisch. „Die Anwohner wird es freuen“, sagt Rudolph. Dafür müssten nun andere damit leben. Ob die Bauarbeiten wie geplant im März beginnen, ist unklar. Der Aufsichtsrat der Städtischen Werke muss der Vergabe noch zustimmen.

Der 1899 errichtete und 1930 erweiterte Hochbehälter versorgt die Menschen in Teilen des Vorderen Westens, der Innenstadt, der Nordstadt, des Industrieparks Mittelfeld, der Karlsaue, Wehlheidens, Ober- und Niederzwehrens mit Trinkwasser - ein Viertel der Kasseler Bevölkerung.

Die Sanierung des Hochbehälters ist auch Thema der nächsten Sitzung des Ortsbeirats Vorderer Westen am Donnerstag, 16. Februar, 19 Uhr, im Nachbarschaftstreff Vorderer Westen (Hand in Hand e. V.), Samuel-Beckett-Anlage 12.

Von Ellen Schwaab

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