Griechenland

Schmiergeld für Rüstungsauftrag? Spur führt offenbar zu Wegmann nach Kassel

Kassel. Mutmaßliche Schmiergeldzahlungen von Rüstungsfirmen aus Deutschland und anderen Staaten für Aufträge aus Griechenland haben dort zu einer weiteren Festnahme geführt. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, stehe im Mittelpunkt der Affäre, die sich in den 1990er-Jahren abspielte, das Kasseler Unternehmen Wegmann.

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Festgenommen wurde der 78 Jahre alte frühere Geschäftsmann Dimitris P. Er soll, so beruft sich die Süddeutsche Zeitung auf Athener Justizkreise, Ende der 90er-Jahre dem Unternehmen Wegmann einen Großauftrag über 150 Millionen Euro vermittelt haben. Wegman habe dafür das Artilleriesystem PzH 2000 geliefert.

Dimitris P. wird beschuldigt, für den Auftrag einen damaligen Rüstungseinkäufer im griechischen Verteidigungsministerium mit 750 000 Euro bestochen zu haben. So sei Wegmann zu dem Auftrag gekommen. Der Rüstungseinkäufer sitze in Untersuchungshaft und habe ein Geständnis abgelegt. Insgesamt habe er 8,7 Millionen Schmiergeld auch von anderen Unternehmen kassiert.

Wegmann Kassel war bis 1999 selbstständig, dann folgte die Fusion zu Krauss-Maffei Wegmann (KMW). KMW erklärte, man habe an niemanden Schmiergeld bezahlt. Zu den Wegmann-Vorwürfen äußer sich KMW nach Angaben der Süddeutschen bisher nicht. (tho)

Rubriklistenbild: © Symbolbild: picture-alliance/ dpa

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