Wegen steigender Corona-Zahlen

Maskenpflicht in Schulen und Sperrstunde: Auch Kreis Kassel verschärft Corona-Regeln

Schüler ab der 5. Klasse müssen im Landkreis jetzt auch im Unterricht eine Maske tragen.
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Schüler ab der 5. Klasse müssen im Landkreis jetzt auch im Unterricht eine Maske tragen.

Die Alarmstufe Dunkelrot gilt nach dem Eskalationskonzept des Landes Hessen seit Dienstag (27.10.2020) nicht mehr nur für die Stadt Kassel, sondern auch für den Landkreis. 

Kassel – Laut Gesundheitsamt lag die Sieben-Tage-Inzidenz, der Wert für die Corona-Neuinfektionen in den letzten sieben Tagen pro 100.000 Einwohner, in der Stadt bei 108,5 (Vortag: 89,7) und im Landkreis bei 79,8 (Vortag: 70,1). Damit befinden sich erstmals beide in der höchsten Warnstufe, die ab einem Inzidenzwert von 75 ausgerufen wird.

Im Gegensatz zur Stadt hat die Kreisverwaltung eine Sperrstunde verhängt. Sie gilt ab Donnerstag für gastronomische Betriebe und Vergnügungsstätten in der Zeit von 23 bis 6 Uhr. Ebenfalls verboten sind in diesem Zeitraum die Abgabe und der Konsum von alkoholischen Getränken im öffentlichen Raum. Das Land Hessen hatte diese verschärften Maßnahmen für Risikogebiete bereits vor einer Woche angeordnet. Trotzdem gilt in Kassel nach wie vor keine Sperrstunde. In anderen Städten wie Gießen und Marburg war sie gerichtlich gekippt worden.

Corona in Stadt und Kreis Kassel: Maskenpflicht ab Donnerstag

Im Landkreis gilt derweil ab Donnerstag auch eine Maskenpflicht im öffentlichen Raum. In den Fußgängerzonen am Marktplatz in Baunatal und am Rathausplatz in Vellmar muss jeder einen Mund-Nasen-Schutz tragen, teilt Vizelandrat Andreas Siebert mit. In Schulen gilt zusätzlich zu den bisherigen Regelungen ab der 5. Klasse auch im Unterricht Maskenpflicht für Schüler und Lehrer. Das Tragen einer Maske ist zudem nun auch an allen Haltestellen im ÖPNV im Kreis vorgeschrieben.

In der Stadt Kassel gelten die ausgeweitete Maskenpflicht und die verschärften Kontaktbeschränkungen bereits seit Dienstag. Die Zahlen gingen derweil noch einmal deutlich nach oben. Das Gesundheitsamt vermeldete 40 Neuinfektionen in der Stadt und 30 im Kreis. Aktuell gelten 562 Menschen als infiziert, das sind 55 mehr als am Vortag.

Corona in Kassel: Weiterer Todesfall in der Stadt

Zudem gibt es in der Stadt einen weiteren Todesfall in Zusammenhang mit Corona. Deutlich angestiegen ist die Zahl jener Infizierten, die wegen einer schweren Erkrankung behandelt werden müssen. So befinden sich 41 Covid-19-Patienten in Kliniken, 13 davon auf Intensivstation.

Die nun beschlossenen Maßnahmen könnten sich schon bald wieder ändern. In Berlin trifft sich Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwoch mit den Ministerpräsidenten. Angeblich will die CDU-Politikerin die Länderchefs von härteren Regeln überzeugen.

Hier finden Sie alle neuen Corona-Regeln für die Stadt Kassel im Überblick.

Landkreis Kassel verschärft seine Corona-Vorgaben ab Donnerstag

Wir fassen im Folgenden die nun im Kreis geltenden Regelungen zum Schutz vor der Pandemie zusammen:

  • Beschränkungen: Der Landkreis hat weitreichende Beschränkungen beschlossen. Öffentliche Veranstaltungen dürfen nur noch von maximal 100 Teilnehmern besucht werden. Bei privaten Feiern in angemieteten oder öffentlichen Räumen dürfen nicht mehr als zehn Personen oder zwei Haushalte teilnehmen. Schulen und Kindertagesstätten sowie ähnliche Einrichtungen dürfen nur von Kindern und dort tätigen Personen betreten werden. In Alten- und Pflegewohnheimen sowie betreuten Wohngemeinschaften sind maximal drei Besuche pro Kalenderwoche für je maximal eine Stunde mit jeweils maximal zwei Besuchern erlaubt.
  • Maskenpflicht: Eine Maskenpflicht gilt in allen Vergnügungsstätten, in der Gastronomie, in Kirchen und vergleichbaren Räumen. Sie gilt auch auf allen besonders belebten Straßen und Plätzen, an denen die Hygieneabstände nicht einhaltbar sind. Für die Fußgängerzonen auf dem Marktplatz Baunatal und am Rathausplatz Vellmar ordnet der Landkreis unabhängig von der allgemeinen Regelung Maskenpflicht an. Das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen ist auch Pflicht an allen Haltestellen des Öffentlichen Personennahverkehrs sowie des Schulbusverkehrs und in unmittelbarer Nähe von Schulen und Kindertagesstätten.
  • Die Maskenpflicht gilt darüber hinaus bei öffentlichen Veranstaltungen auch am eigenen Sitz- oder Stehplatz. Außerdem muss auf Friedhöfen während Bestattungen und Trauerfeierlichkeiten eine Maske getragen werden. Dies gilt auch auf allen Spiel- und Bolzplätzen für Nutzer, die älter als 13 Jahre sind. Kinder unter 13 Jahren sind von dieser Maskenpflicht ausgenommen. In Schulen gilt nun zusätzlich zu den bisherigen Regeln ab der Jahrgangsstufe 5 auch im Unterricht Maskenpflicht für Schüler und Lehrer.
  • Sportveranstaltungen: Bei Sportveranstaltungen im Freien gilt die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung für die Zuschauer im Eingangsbereich und auf dem Sportplatz selbst. Bei Sportveranstaltungen, die nicht im Freien stattfinden, sind keine Zuschauer zugelassen.
  • Sperrstunde: Ab Donnerstag gilt eine Sperrstunde. Gastronomische Einrichtungen (außer Autohöfe und Autobahnraststätten) und Vergnügungsstätten sind in der Zeit von 23 bis 6 Uhr zu schließen. Außerdem sind der Konsum und die Abgabe von Alkohol zum Sofortverzehr im öffentlichen Raum ebenfalls von 23 bis 6 Uhr untersagt.
  • Keine fünfte Stufe: Die 5. Stufe des Landes-Eskalationskonzeptes gilt ab einer Inzidenz von 75. Demnach dürften sich im öffentlichen Raum nur noch fünf Personen aus zwei Haushalten treffen. Weil der Landkreis aber ohne die eingrenzbaren Corona-Erkrankungen in zwei Senioreneinrichtungen in Beberbeck und Naumburg-Elbenberg zwar über einer Inzidenz von 50, aber nicht über 75 liegt, wird diese Stufe bislang nicht angewendet.
  • Pflegeeinrichtungen: Mitarbeiter von voll- oder teilstationären Einrichtungen zur Betreuung und Unterbringung älterer, behinderter oder pflegebedürftiger Menschen, Mitarbeiter von Obdachlosenunterkünften sowie von Einrichtungen zur gemeinschaftlichen Unterbringung von Asylbewerbern und vergleichbaren Unterkünften müssen mindestens eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Dies gilt auch für die Beschäftigten in Werkstätten für Menschen mit Behinderung.

Hinweis in eigener Sache: In einer früheren Version des Artikel stand, dass die neuen Vorgaben im Kreis ab Freitag gelten. Das ist falsch. Die Einschränkungen gelten ab Donnerstag 29. Oktober.

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