Hessen Mobil bewertet bis 2016 sämtliche Varianten

A44: Alles wird noch mal geprüft

Anwohner im Blickpunkt: Der Schutz der Menschen im Lossetal vor den Auswirkungen der Autobahn ist ein zentrales Thema in der A 44-Diskussion. Unser Foto zeigt eine Lärmschutzwand an der Bundesstraße 7 bei Niederkaufungen. Foto: Ketteritzsch

Kaufungen/Helsa/Kassel. Seit Tarek Al-Wazir an der Spitze des hessischen Verkehrsministeriums steht, wird organisiert über die A 44-Planung für das untere Lossetal diskutiert.

In dem von dem Minister initiierten Dialogverfahren tauschen sich Vertreter von Anrainerkommunen, Land, Straßenbaubehörde Hessen Mobil sowie Bürgerinitiativen und Naturschutzverbände über Änderungsvorschläge und Alternativvarianten für die Trasse aus.

Ergebnisse im Frühjahr 2016 

Das Maß aller Dinge ist bis dato allerdings der Trassenvorschlag von Hessen Mobil. Dieser sieht vor, dass die A 44 künftig von der zu einem Autobahndreieck umgebauten A 7-Anschlussstelle Kassel-Ost an Niederkaufungen vorbei durch die Feldmark und am Rand des Stiftswaldes entlang nach Helsa führen soll.

Doch diese Variante soll in der Diskussion künftig nicht mehr das Nonplusultra sein. Wie Kaufungens Bürgermeister Arnim Roß (SPD) auf HNA-Anfrage erklärte, haben sich die Teilnehmer des Dialogverfahrens darauf verständigt, dass Hessen Mobil bis zum Frühjahr 2016 alle auf dem Tisch liegenden Änderungs- und Alternativvorschläge einer „einheitlichen Bewertung“ unterzieht.

Ziel sei es, die Trassenführung zu ermitteln, die den „bestmöglichen Schutz“ der Kaufunger Bevölkerung gewährleistet.

Bewertungskriterien:

• Schutzgut Mensch (Lärmschutz, Emissionsschutz);

• Schutzgut Wasser (Trinkwasserschutz);

• Schutzgut Natur (Naturschutz und Landschaftsschutz);

• Kosten.

Bewertung: Verlauf der Autobahn

Hier kommt wieder der Vorschlag der Bürgerinitiative Pro A 44 für die sogenannte H-Trasse ins Spiel (siehe Grafik unten rechts). Dieser sieht vor, die Autobahn ab der Kunstmühle bei Oberkaufungen am Rand des Stiftswaldes und der Söhre entlang zum Autobahnkreuz Kassel-Mitte zu führen und dort direkt an die bestehende A 44 anzubinden.

Bewertung: Einhausung der Autobahn

Um eine Kolonie von Bechsteinfledermäusen und einen alten Eichenbestand an der Ziegelhütte bei Oberkaufungen zu schonen, könnte die A 44 näher an den Ort herangerückt werden. Um einen ausreichenden Lärmschutz zu gewährleisten, müsste die Fernstraße allerdings eingehaust werden, also gewissermaßen in einem Trog mit Deckel verlaufen. Diese Variante hat Al-Wazir jetzt Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) in einem Brief als „erwägenswerten Vorschlag vorgestellt und ihn um eine Stellungnahme gebeten.

Bewertung: Anschlussstelle Kassel-Ost

Hessen Mobil will die Anschlussstelle Kassel-Ost zu einem Autobahndreieck umbauen. Dies stößt bei der Stadt Kassel und in Kaufungen auf Kritik, weil es dann für die östlichen Stadtteile und das Gewerbegebiet Kaufungen-Papierfabrik keinen direkten Anschluss mehr gebe. Befürchtet werden zusätzlicher Verkehr in den Stadtteilen und Umwege für den Lieferverkehr.

Offiziell geprüft werden jetzt mehrere Alternativen, darunter die sogenannte Böhm-Variante (siehe Grafik unten links). Die vorgeschlagene Anschlussstelle Papierfabrik sieht eine direkte Anbindung an die Leipziger Straße und damit das Gewerbegebiet vor.

A44-Verlauf aus der Luft

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