Krise

Corona: Weniger Zulauf in Werkstätten trotz Abstand und Hygiene

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Werkstatt-Service in Corona-Zeiten: Sabine Köttelwesch übergibt beim Autoservice 192 ihren Autoschlüssel durch ein Fenster an Geschäftsführer Zeki Kaymaz. 

Auch in den Werkstätten der Region Kassel sind die wegen des Coronavirus eingeführten Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten. Trotz Einhaltung der Regeln haben die Werkstattbetreiber weniger zu tun. 

Kassel - Wessen Auto demnächst die Hauptuntersuchung oder einen Radwechsel braucht, für den ist die Coronapandemie eine gute Zeit, diese Dinge zu erledigen. Denn: Viele Werkstätten haben geöffnet und aufgrund weniger Reparaturen und abgesagter Termine mehr Kapazitäten.

Corona in Kassel: Menschen sind vorsichtig

Die Vorsicht der Menschen in Zusammenhang mit dem Coronavirus und der Appell der Bundesregierung an die Länder, sich bei der Ahndung von Fristüberschreitungen bezüglich der HU kulant zu zeigen, drücken sich laut Arnold Diebel, Niederlassungsleiter von Dekra Lohfelden, in Absagen von Werkstatt- und HU-Terminen aus. Neben dem TÜV, von dem bis Redaktionsschluss keine Rückmeldung auf die HNA-Anfrage kam, ist die Dekra die amtlich anerkannte Organisation, die Fahrzeuge auf Verkehrstüchtigkeit und Sicherheit überprüft. 

Der Großteil der Hauptuntersuchungen laufe an Prüfstützpunkten, also Werkstätten und Autohäusern ab, ein Viertel an eigenen Prüfstandorten, so Diebel. An allen Orten kämen etwa zehn Prozent weniger Kunden als im Frühjahr vergangener Jahre. Dramatische Rückgänge gebe es bezüglich Schadengutachten. „Auf den Autobahnen ist weniger los, deshalb gibt es weniger Unfälle.“

Corona in Kassel: Werkstätten bekommen Auswirkungen zu spüren

All das bekommen auch die hiesigen Werkstätten zu spüren. Die Verkaufsräume wegen der gesetzlichen Vorschrift geschlossen, beschränkt sich das Geschäft vor Ort auf den Service.

Ob HU/AU oder Reparaturen – statt 60 Fahrzeugen am gewöhnlichen Werkstatttag kämen aktuell die Hälfte, berichtet Peter Krusche, Geschäftsführer bei Glinicke in Kassel. „Viele kommen mit Handschuhen und Mundschutz und desinfizieren sich oft die Hände“, habe er beobachtet. Wie viele Kunden den HU-Termin im April abgesagt haben, werde erst im Mai sichtbar. Das klassische Frühjahrsgeschäft finde aktuell aber nicht statt.

Das sagt auch Zeki Kaymaz vom Autoservice 192 an der Frankfurter Straße. „Bislang wurde ein Großteil der Termine wahrgenommen, viele Kunden kommen zum Radwechsel.“ Dennoch verzeichne die Werkstatt einen Rückgang von 20 bis 30 Prozent, so Kaymaz. Auch zum TÜV kämen weniger Kunden als sonst.

Corona in Kassel: Menschen müssen Vertrauen fassen 

Die BMW-Niederlassung Kassel teilt auf HNA-Anfrage mit, dass der Werkstattbetrieb fortgeführt wird – unter Einhaltung der „präventiven Maßnahmen“, so Marketingleiterin Kathrin Wächter-Diehl, die sich zu Zahlen nicht äußern wollte. Und beim Autohaus Klein in Fuldatal habe sich nach einigen schwachen Wochen im März der Zulauf wieder weitgehend normalisiert. Der Chef des familienbetriebenen Autohauses, Jürgen Klein, vermutet, dass die Kunden erst die Gewissheit brauchten, gut und sicher aufgehoben zu sein. Das hauseigene Konzept in Sachen Hygiene habe viel dazu beigetragen.

Bei Klein tragen alle Mitarbeiter einen Mundschutz und auch Kunden werden auf Wunsch damit ausgestattet. In der Werkstatt arbeite jeder in einer eigenen Zelle und der Service-Bereich sei zum Teil in den Showroom verlegt worden. Beim Autoservice 192 wird der Kundenkontakt über ein Fenster abgewickelt, Glinicke und Autohaus Klein bieten neuerdings einen Hol- und Bringservice an. „Bis zu 15 Fahrzeuge fahren wir am Tag hin und er“, sagt Peter Krusche.

Die neuesten Entwicklungen zu Corona in Kassel gibt es im News-Ticker.

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