Kommentar zur Bedeutung der Landratswahl: Statistik korrigieren

Stefan Wewetzer über die Bedeutung der Landratswahl

Am Sonntag sind 190.000 Bürger an die Wahlurnen gerufen, um einen neuen Landrat zu wählen. Stefan Wewetzer über die Bedeutung der Wahl.

Er ist der oberste Beamte des Kreises, steht in der politischen Hierarchie über jedem Bürgermeister. Trotzdem stellt sich vor jeder neuen Landratswahl für die Bewerber die bange Frage, wie hoch die Wahlbeteiligung der Bürger wohl sein wird.

Denn, das haben die Direktwahlen der vergangenen Jahre gezeigt: Dem Wähler ist das Hemd meist näher als der Rock. Sprich: Ein Bürgermeister, der in der Hierarchie unter dem Landrat steht, hat meist eine größere Bestätigung - Stichwort Wählerstimmen - als der Landrat.

Das wirft dann schnell die Frage der Legitimation auf: Ob der oberste Beamte des Kreises überhaupt von der Mehrheit der Bürger getragen wird. Beim Blick auf die vergangene Wahl von 2009 wird das deutlich: Uwe Schmidt von der SPD siegte mit 64,5 Prozent klar. Aber nur 77 000 von 194 000 wahlberechtigten Bürgern gingen überhaupt zur Urne. In absoluten Zahlen: Schmidt siegte mit gerade mal 49 665 Stimmen.

Womöglich bleibt auch nach der morgigen Wahl für den Sieger nur die bittere Erkenntnis, dass es den meisten Bürgern egal ist, wer an der Spitze steht.

Am Sonntag haben die Wähler aber noch Gelegenheit, diese negative Statistik zu korrigieren.

Kontakt zum Autor: swe@hna.de

Lesen Sie auch: Schmidt gegen Weilbach: Bürger im Kreis wählen am Sonntag Landrat

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.