Wert liegt bei 700 Mio. Euro

Kreise bei Rückkauf von Eon-Mitte-Anteilen fast am Ziel

Robert Fischbach

Kassel/Düsseldorf. Die Verhandlungen um die Rekommunalisierung des Regionalversorgers Eon Mitte gehen in die Endphase.

Northeims Landrat Michael Wickmann (SPD), der der Verhandlungsgruppe auf kommunaler Seite angehört, und Marburg- Biedenkopfs Landrat Robert Fischbach (CDU) als Verhandlungsführer sind optimistisch, dass die Übernahme der Anteile der Eon AG klappt. Er sei „guter Hoffnung“, dass die Verhandlungen bis zum Sommer dieses Jahres erfolgreich abgeschlossen werden, sagte Fischbach im Gespräch mit der HNA.

Die 200 Kommunen im Versorgungsgebiet von Eon Mitte, die Konzessionsverträge mit dem Unternehmen unterhalten, seien über den Stand der Verhandlungen informiert. Die Rückmeldungen seien positiv, so Fischbach.

Nach den Worten seines Kollegen Wickmann ist die Wertermittlung von Eon Mitte abgeschlossen. Zahlen nannte Wickmann nicht, betonte aber, dass das Ziel, die Erwerbskosten aus den Dividenden der neu erworbenen Anteile zu finanzieren, weiterhin möglich scheint.

Uwe Schmidt

Nach Informationen der HNA müssen die zwölf Landkreise und die Stadt Göttingen insgesamt rund 700 Millionen Euro für den Rückkauf der Anteile aufbringen. Kassels Landrat Uwe Schmidt (SPD) erklärte auf HNA-Anfrage ebenfalls, dass die Verhandlungen auf einem guten Weg seien. Schwalm-Eder-Landrat Frank-Martin Neupärtl (SPD) wollte sich nicht äußern. Ein Politiker, der namentlich nicht genannt werden möchte, bestätigte unserer Zeitung aber: „Die Verhandlungen sind in der heißen Phase.“

In der Düsseldorfer Zentrale von Eon hält man sich zum Stand der Verkaufsverhandlungen bedeckt. Unternehmenssprecher Alexander Ihl sprach am Dienstag von „guten und konstruktiven Gesprächen“.

Die Dividende, aus der der Kauf der Eon-Mitte-Anteile finanziert werden soll, speist sich nach den Worten von Landrat Wickmann aus den drei Einnahmepositionen des in Kassel ansässigen Energieversorgers: dem Netznutzungsentgelt, der dezentralen Energieversorgung beispielsweise aus Windrädern und Biogasanlagen sowie dem Strom- und Gasvertrieb.

Während die ersten beiden fest kalkulierbar sind, sind die Einnahmen aus dem Energievertrieb Schwankungen unterworfen. Sie machen, so erklärte der Landrat, nur 15 Prozent der Einnahmen aus. Zu klären ist nach seinen Worten beispielsweise auch noch, wie Städte und Gemeinden aus dem Eon-Mitte-Versorgungsgebiet sowie privatwirtschaftliche Investoren sich an dem Regionalversorger beteiligen. Entsprechende Anfragen gebe es.

Bei Investoren sollen laut Wickmann nur inländische die Chance bekommen, einzusteigen. Eine Beteiligung der Thüga, eines Zusammenschlusses von kommunalen Energie- und Wasserdienstleistern, ist nach seinen Angaben kein Thema mehr. Fotos: nh

Von Olaf Weiss, Olaf Dellit und Peter Ketteritzsch

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