Kreis erhält Kostenpauschale von 520,97 Euro

1051 Asylbewerber im Kreis Kassel - 25 kommen wöchentlich dazu

Wird umgebaut: Auch in der einstigen Fritz-Erler-Kaserne in Fuldatal-Rothwesten sollen Asylbewerber untergebracht werden. Archivfoto: Fischer

Kreis Kassel. Im Landkreis Kassel sind derzeit 1051 Asylbewerber untergebracht (Stand: Ende Januar 2015). Pro Woche kommen etwa 25 weitere hinzu, berichtete Kreissprecher Harald Kühlborn auf Anfrage der HNA.

Es gebe aber eine gewisse Fluktuation, weil es auch welche gebe, die nach ihrer Ablehnung abreisen oder abgeschoben werden.

Der Landkreis Kassel erhält vom Land Hessen aktuell für jeden Asylbewerber, unabhängig vom Alter, 520,97 Euro pro Monat. Von der Pauschale müssen alle Kosten für Lebenshaltung, Unterkunft, Gesundheitsversorgung und Betreuung bestritten werden.

Der Betrag ist laut Kreissprecher Kühlborn bei Weitem nicht ausreichend. „Wir gehen davon aus, dass wir pro Asylbewerber 826 Euro im Monat brauchen“, sagte der Kreissprecher gestern der HNA.

Die Kosten gliedern sich folgendermaßen auf:

• Lebensunterhalt: 370 Euro
• Unterkunft: 210 Euro
• Gesundheitsversorgung: 110 Euro
• Sonstiges (zum Beispiel Fahrt- und Passkosten): 13 Euro
• Sozialarbeit und Verwaltung: 75 Euro
• Umbau und Instandhaltung von Unterkünften: 48 Euro.

Der Fehlbetrag, den der Kreis tragen müsse, summiere sich pro Jahr auf mehr als zwei Millionen Euro.

Gemeinschaftsunterkünfte

Ende Januar lebten 732 Menschen in Gemeinschaftsunterkünften:

• Fuldatal: 139 Menschen
• Helsa: 58
• Hofgeismar: 21
• Nieste: 29
• Oberweser: 48
• Trendelburg: 45
• Vellmar: 36
• Wolfhagen: 287
• 69 Asylbewerber, die in Ferienwohnungen, Gaststätten und Hotelzimmern in verschiedenen Orten untergebracht sind.

Hinzu kommen 319 Flüchtlinge, die in privat angemieteten Wohnungen leben – die meisten davon in Lohfelden, wo 66 Menschen in Privatwohnungen untergebracht sind.

Immer neue Unterkünfte für Asylbewerber in den 29 Kreiskommunen zu finden, sei schwierig, sagte der Kreissprecher. Eine Verwaltungskraft sei ausschließlich damit beschäftigt.

In Espenau würden in der ehemaligen Grundschule Hohenkirchen 40 weitere Plätze Mitte März fertig.

In Nieste sollen drei Wohnungen genutzt werden. Die Gemeinde hatte im Ortszentrum ein Haus ersteigert; in den Wohnungen mit zusammen zwölf Plätzen sollen drei Familien untergebracht werden.

In Fuldatal-Rothwesten soll in der Fritz-Erler-Anlage Platz für 70 Asylbewerber geschaffen werden. Dafür ist laut Kühlborn ein Umbau nötig, mit der Fertigstellung sei erst in der zweiten Jahreshälfte zu rechnen. (hog)

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