Neuer Band der hessischen Denkmal-Topographie in Kaufungen präsentiert – 694 Seiten mit vielen Bildern

1200 Kleinode verstreut im Kreis

Denkmalbuch vor historischer Kulisse: (von links) Prof. Dr. Gerd Weiß (Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege), Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann, Landrat Uwe Schmidt, Prof. Dr. Heinrich Klose (Hauptautor des Buches) und Hauprecht Freiherr Schenck zu Schweinsberg (Obervorsteher der Stiftung der Althessischen Ritterschaft) präsentieren den neuesten Band der Denkmaltopographie im Kaufunger Stiftshof. Foto:  Dilling

Kaufungen. Das Bauernhaus des ehemaligen Streckhofs in Ahnatal, ein winziges Tagelöhnerhaus in Helsa, das klassizistische Herrenhaus des Guts Windhausen bei Heiligenrode, die mehr als 800 Jahre alte Saalkirche mit ihren Fresken in Fuldabrück-Dörnhagen: Der Landkreis hat im Speckgürtel von Kassel eine Menge kultureller und architektonischer Kleinode zu bieten. 1200 private und öffentliche Denkmale aus zwölf Gemeinden sind jetzt vom Landesamt für Denkmalpflege in den 50. Band aus der Reihe der hessischen Denkmaltopographie aufgenommen worden.

Er wurde am Wochenende feierlich im Saal der Renterei des Ritterschaftlichen Stifts Kaufungen vor Bürgermeistern und Kommunalpolitikern präsentiert. Das Stift ist selbst ein Kulturdenkmal.

Flächendeckend erfasst

Das 694 Seiten starke und reich bebilderte Buch ist zugleich der zweite Teilband der Denkmalübersicht für den Landkreis Kassel. Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) bedankte sich bei Landrat Uwe Schmidt (SPD) für die finanzielle Unterstützung des Projekts. Diese habe die Sache beschleunigt. Der Landkreis Kassel hatte das Vorhaben mit 40 000 Euro gefördert. Schmidt gab ein Lob zurück: Das Land engagiere sich stark für die Dorferneuerung in Nordhessen. Er hoffe, dass nun bald der Startschuss für den dritten Topographie-Teilband in Kassel fällt, sagte Schmidt. Im Altkreis Wolfhagen fehlt noch eine Bestandsaufnahme der Denkmale.

Er sei stolz, dass Hessen bei der flächendeckenden Erfassung von Denkmalen bundesweit vorn liege, sagte Prof. Dr. Gerd Weiß, Präsident des Landesamts für Denkmalpflege. Noch stünden aber rund 20 Bände aus.

Die vor 30 Jahren gestartete Buchreihe habe die Akzeptanz des Denkmalschutzes erhöht, meinte Kühne-Hörmann. Derzeit werde eine Diskussion über Nachhaltigkeit geführt. Die Entscheidung, welche Nutzung eines Denkmals möglich ist und welche nicht, sei eine Gratwanderung. „Das Stift mit Solarzellen zuclustern, das gibt es mit uns nicht“, sagte die Staatsministerin. Schmidt sprach sich dafür aus, erhaltenswerte Gebäude weiter zu nutzen und Leerstände zu beseitigen. Im 50. Denkmalband finden sich nicht nur historisch bedeutsame Gebäude. Aufgeführt sind auch Zeugen der industriellen Entwicklung wie beispielsweise das Bergwerk Hirschberg in Wickenrode oder das Bahnhofsgebäude der früheren Station „Wellerode Wald“, wo Braunkohle und Basalt aus dem Bergbau umgeschlagen wurden. Auch die Gegenwart ist vertreten: Die über einen Kilometer lange Nordfassade des Baunataler Volkswagenwerks ist ein Kulturdenkmal. „Das ist Industriearchitektur vom Feinsten“, sagte der Autor, Prof. Dr. Heinrich Klose. (pdi) Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmäler in Hessen, Kreis Kassel II, herausgegeben vom Landesamt für Denkmalpflege, 694 Seiten, Stuttgart, Verlag Theiss 2011, Preis 59,90 Euro. Info: www.denkmalpflege-hessen.de

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